Gummersbach, Schwalbe-Arena, 14.09.16: VfL Gummersbach vs. HSC 2000 Coburg in der DKB Hanball-Bundesliga
Carsten LICHTLEIN (VfL GM/TW/1)  mit einer Parade gegen Romas Kirveliavicius (HSC/95). Romas wurde noch in der ersten Halbzeit mit der roten Karte vom Spielfeld geschickt.

Der perfekte Saisonstart!

Der VfL Gummersbach gewinnt auch sein zweites Heimspiel vor 2.740 Zuschauern in der SCHWALBE arena gegen die HSC 2000 Coburg mit 31:27

VfL Gummersbach – HSC 2000 Coburg 31:27 (16:13).

Drei Spiele. 6:0-Punkte. Der VfL Gummersbach hat einen perfekten Start in die Saison hingelegt. Am heutigen Abend war es das erwartet schwere Spiel gegen einen Aufsteiger, der zu keiner Zeit der Partie aufsteckte. Obwohl Florian von Gruchalla kurz nach der Pause per Siebenmeter zum 17:13 traf, waren vor 2.740 Zuschauern in der SCHWALBE arena noch lange nicht alle Messen gelesen. Innerhalb von zwei Minuten kam der Gast dreimal schnell zum Abschluss und erzielte den 16:17-Anschlusstreffer. Damit war die Partie wieder offen. In der 37. Minute führte ein Tempogegenstoß sogar zum 18:18-Ausgleich. Dieser Ausgleichstreffer sollte allerdings auch den VfL wieder etwas wachrütteln, und Florian von Gruchalla und Geburtstagskind Daniel Mestrum schoss den VfL wieder mit zwei Toren in Front.

Dennoch hatte der Gast Blut geleckt und blieb dran. Immer wieder fanden sie nach VfL-Toren die unmittelbare Antwort und nutzten die kleinen Nachlässigkeiten in der VfL-Deckung. Dann schlug allerdings die Stunde von Matthias Puhle, der in der Pause für Carsten Lichtlein in die Partie kam. Beim Stande von 22:21 parierte er einen Gegenstoß der Gäste, zwei weitere starke Paraden folgten. In dieser Phase machte der VfL aus dem 23:22 durch Treffer von Pevnov, Schröder (2) und von Gruchalla eine 27:22-Führung. Vor allem Andreas Schröder setzte sich in dieser Phase einige Male gekonnt durch.

Zehn Minuten vor Schluss sollte dieser Vier-Tore-Vorsprung so etwas wie eine Vorentscheidung sein, denn die Coburger musste nun auch für ihre starke Leistung und die Aufholjagd etwas Tribut zollen. Im Angriff fehlte nun teilweise die Präzision, und spätestens nach dem 30:24 (55.) durch Mark Bult hatte auch der letzte der 40 mitgereisten HSC-Fans den Glauben an eine Überraschung verloren. Der VfL machte also weiter fleißig seine Hausaufgaben, und auch am heutigen Tag war es ein Erfolg des Kollektivs, denn immer wieder springen andere Spieler in die Bresche und werden zu entscheidenden Faktoren. Heute waren es zum Beispiel Matthias Puhle, Andreas Schröder, Evgeni Pevnov oder auch Florian von Gruchalla.

Julius Kühn gelang der erste Treffer der Partie, und auch die VfL-Deckung war zunächst auf dem Posten. Gleich zweimal wurden Würfe der Gäste geblockt. Dennoch dauerte es einige Minuten, bis sich der VfL einen kleinen Vorsprung erspielen konnte. Julius Kühn fing einen Angriff der Gäste gekonnt ab und traf in der 8. Minute zum 3:2. Andreas Schröder schaltete sich in den kommenden Minuten zweimal blitzschnell in den Angriff ein und erzielte zwei schöne Tore zur 5:3-Führung. Eines der Highlights in Durchgang eins führte dann zur 6:4-Führung, als Kevin Schmidt ein Kempa-Tor nach Vorlage von Kapitän Christoph Schindler erzielte. Sekunden später schloss der gut aufgelegte Florian von Gruchalla einen Tempogegenstoß zum 7:4 (12.) erfolgreich ab.

Nun lief es beim VfL rund und der Aufsteiger hatte echte Probleme mit dem VfL-Angriff, zumal jetzt auch Kévyyn Nyokas und Evgeni Pevnov aktiver ins Spielgeschehen eingriffen. Beim Stande von 10:5 (15.) nahm Gästetrainer Jan Gorr die erste Auszeit. Der Spielfluss des VfL hielt aber zunächst an, und nach dem Treffer von Julius Kühn wuchs der Vorsprung beim 12:6 (21.) auf sechs Tore an. Darüber hinaus mussten die Gäste eine Zeitstrafe hinnehmen.

In dieser Phase versäumten es die Gummersbacher allerdings, im Angriff nachzulegen und Coburg blieb im Spiel. Zwei Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang dann auch noch Stefan Lex der Treffer zum 13:16, der die Hoffnungen der Gäste nährte. Erschwerend hinzu kam allerdings, dass Roman Kirveliavicius kurz vor der Pause bereits seine dritte Zeitstrafe kassierte und eine Matchstrafe erhielt.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. HZ und bei zwei Siebenmetern, 5 Paraden, darunter ein Siebenmeter), Matthias Puhle (2. HZ, 4 Paraden); Tobias Schröter, Simon Ernst (1), Christoph Schindler, Julius Kühn (3), Kévyyn Nyokas (4), Evgeni Pevnov (6), Mark Bult (1), Kevin Schmidt (3), Florian von Gruchalla (7/4), Daniel Mestrum (1), Alexander Becker, Andreas Schröder (5).

Coburg:
Jan Kulhanek (1. bis 17., 1 Parade), Oliver Krechel (ab 17., 7 Paraden); Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm (3), Sebastian Weber (1), Stefan Lex (5), Steffen Coßbau (6/3), Florian Billek (5), Till Riehn (1), Nico Büdel (2), Adnan Harmandic (2), Girts Lilienfelds, Romas Kirveliavicius (2).

Siebenmeter: 4:4 – 5:3 (Lichtlein hält gegen Coßbau, Büdel wirft über das Tor).

Zeitstrafen: 10:12 (Ernst, zweimal, Pevnov, Schmidt, Schröder – Hagelin, Kelm, Weber, Kirveliavicius, dreimal).

Rote Karte: Romas Kirveliavicius (30. dritte Zeitstrafe).

Zuschauer: 2.740.

Schiedsrichter: Fabian vom Dorff/ Christian vom Dorff.

Stimmen zum Spiel

Jan Gorr (Trainer Coburg): „Wir sind ganz ordentlich in die Partie gekommen und haben zunächst gut gedeckt. Das hat allerdings nicht lange gehalten. Gummersbach kam mit viel Dampf im Angriff und hat uns teilweise sogar überlaufen. In dieser Phase hat uns die Power gefehlt und in manchen Aktionen waren wir auch etwas zu naiv. Wir haben aber nie aufgesteckt, und nach dem Wechsel haben wir sehr gute Lösungen gefunden gegen einen sehr starken Gegner. Wir haben uns nicht in unser Schicksal ergeben, und mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss wäre sogar noch ein knapperes Ergebnis möglich gewesen.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL):
„Es war in meinen Augen ein etwas komisches Spiel. Wir haben zu Beginn sehr einfache Tore erzielt. Gegen Ende der ersten Hälfte haben wir Coburg dann aber durch zwei, drei einfache Fehler wieder ins Spiel gebracht. Es war das erwartet schwere Spiel, und das hat man auch nach dem Wechsel gesehen. Und da hat uns etwas die Konsequenz in der Deckung gefehlt, aber wir haben dennoch die Ruhe bewahrt und das zeichnet meine Mannschaft aus. Immer wieder springen andere Spieler in die Bresche, wenn es nötig ist. Heute zum Beispiel Puhle und Schröder. Vor zwei Jahren hätten wir ein solches Spiel wahrscheinlich noch verloren. Kompliment also an meine Jungs.“

Steffen Ramer (Geschäftsführer Coburg): „Wir haben uns gefreut, heute bei einem solchen Traditionsverein vor einer schönen Kulisse zu spielen. Ich denke, wir haben uns gut verkauft und konnten wichtige Erfahrungen sammeln.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL): “Wir haben gegen einen sehr ambitionierten Aufsteiger gespielt, der nie aufgesteckt hat. Vielleicht hätten wir in der Deckung etwas konsequenter zur Sache gehen können. Aber Kompliment an Emir und die Jungs. Sie haben die Ruhe bewahrt und einen perfekten Saisonstart hingelegt. Vielen Dank an die Zuschauer, die trotz der hohen Temperaturen in die Arena gekommen sind. Jetzt freuen wir uns auf die folgenden Aufgaben.“

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