Ziel gegen den HSV: aus Frust muss Energie werden

Vor dem Duell gegen den HSV Hamburg am Mittwochabend (20:15 Uhr, Sport 1) in der SCHWALBE arena liegt eine große Aufgabe vor Trainer Emir Kurtagic. Er muss sein Team nach dem verschenkten Sieg in Lübbecke aufbauen und auf den Favoriten aus Hamburg einstellen. Die Hiobsbotschaft kam dann am Montagabend: Jan-Lars Gaubatz riss sich im Training das Kreuzband. Er muss am linken Knie operiert werden und wird für mindestens sechs bis neun Monate ausfallen. Auf Seiten der Hanseaten kommen mit Adrian Pfahl und Kentin Mahé zwei ehemalige Gummersbacher erstmals in die neue Arena.

Mehrere Minuten lang stand VfL-Kapitän Christoph Schindler nach dem Spiel gegen Lübbecke fassungslos im eigenen Tor. Das blaue Leibchen, was ihn als zusätzlichen Feldspieler kennzeichnete, klebte an seinem VfL-Trikot. Sie haben alles gegeben, sahen nach knapp 40 Minuten wie der sichere Sieger aus, doch dann klappte im Angriff gar nichts mehr. Beste Chancen und wichtige Punkte weggeworfen. Genauso enttäuscht stellte sich Carsten Lichtlein den Interviews nach der Partie. Er hielt den VfL bis in die letzte Minute im Spiel. In seinen Antworten wurde die Enttäuschung deutlich. „Da fehlt es mir an jedem Verständnis. Ich meine wir hatten die Chancen und werfen sie nicht rein. Da kann man sehen, dass es einigen Spielern noch an der nötigen Erfahrung fehlt. Es ist wohl leichter Einen vorne frei reinzuschießen, als Einen hinten zu verteidigen“, ärgerte sich Lichtlein nach der 22:23-Niederlage. 

Viel Frust, der in wenigen Tagen aufgearbeitet werden muss. Durch die Punkteteilung von Balingen und Emsdetten hätte man sich mit einem Punktgewinn noch weiter vom Abstieg absetzten können. So stand man mit leeren Händen da und erwartet jetzt den Champions League Sieger, gegen den es in der heimischen Arena nicht leichter werden dürfte, Punkte zu sammeln. Dem Team von Emir Kurtagic muss es jetzt gelingen, den Frust in Energie umzuwandeln. „Wir wissen, dass wir in Lübbecke über 40 Minuten ein gutes Spiel gemacht haben. Wir müssen darauf aufbauen und lernen unsere Chancen besser zu nutzen“, so Kurtagic. Eine bessere Chancenverwertung ist am Mittwoch entscheidend. Denn so viele Chancen wie gegen den TuS N-Lübbecke wird seine Mannschaft gegen den HSV wohl nicht bekommen. Obwohl Hamburg auf seinen besten Torschützen verzichten muss.

Hans Lindberg hatte sich im Spiel gegen die MT Melsungen den rechten Ringfinger ausgekugelt. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass sowohl die Kapsel als auch alle Seitenbänder gerissen sind. Nach einer Operation des Ringfingers fällt der dänische Rechtsaußen für rund acht Wochen aus. „Das ist natürlich ein schwerer Ausfall, aber da müssen wir durch“, sagte HSV-Trainer Schwalb. Zurückkommen werden mit den Hamburgern zwei VfL-Profis, die noch in der letzten Saison das VfL-Trikot trugen. Adrian Pfahl und Kentin Mahé wechselten vor der Saison zum HSV und spielen jetzt erstmals in der neuen SCHWALBE arena. „Der VfL hat dieses Jahr wieder eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, sie verkaufen sich aber etwas unter Wert. Gummersbach hat schon gezeigt, was sie drauf haben“, so äußerte sich Adrian Pfahl auf der HSV-Homepage kurz vor dem Spiel gegen die „alten Bekannten“.

Für das Duell mit dem Champions League Sieger sind noch Karten in fast allen Kategorien im Vorverkauf und an der Abendkasse verfügbar. Wer Wartezeiten an der Abendkasse vermeiden möchte, sichert sich seine HSV-Karten in der VfL-Geschäftsstelle oder im online Vorverkauf. Dort kann jeder sein gekauftes Ticket direkt ausdrucken. Der VfL Gummersbach rechnet mit über 3000 Zuschauern. Sport 1 überträgt zudem das Spiel ab 20:10 Uhr live aus der SCHWALBE arena. Die Partie leiten werden Nils Blümel und Jörg Loppaschewski aus Berlin.

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