VfL verliert Finale ganz knapp

Der SC Magdeburg konnte seinen Titel beim Sparkassen-Handballcup erfolgreich verteidigen. Der SCM setzte sich in einem spannenden Endspiel gegen den VfL Gummersbach hauchdünn mit 31:30 (18:16) durch und blieb damit als einzige Mannschaft ungeschlagen. Im Team von Frank Carstens konnten im Endspiel alle Feldpieler Torerfolge beisteuern, die meisten Treffer gelangen Andreas Rojewski (5). Bester Torschütze des Endspiels war jedoch der Gummersbacher Raul Santos mit neun Toren.

Beide Teams starteten auf dem Feld in gewohnter Aufstellung in das Finale. In einer temporeichen Anfangsphase konnte Gummersbach durch Raul Santos den ersten Treffer erzielen, doch Magdeburg eroberte wenig später durch Robert Weber beim 3:2 (4.) die Führung. Die Bördestädter rissen dank einer aufmerksamen Abwehrleistung in der versetzten 5:1-Formation langsam die Kontrolle an sich und bauten den Vorsprung weiter aus. Der Gegenstoßtreffer von Yves Grafenhorst zum 4:8 (10.) zwang dann VfL-Trainer Emir Kurtagic früh zur ersten Auszeit.

Die Oberbergischen steigerten sich in der Folgezeit in der Deckung und zwangen den SCM immer wieder zu technischen Fehlern. Binnen kürzester Zeit war der VfL zurück im Spiel, das 9:9 (16.) durch Raul Santos zwang dann Frank Carstens die Grüne Karte am Kampfgericht abzulegen. Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der Magdeburg zunächst weiter vorlegte, der VfL aber auf Tuchfühlung blieb und mit zwei Toren Rückstand (16:18) in die Pause ging.

In der zweiten Halbzeit schenkten sich beide Mannschaften ebenfalls nichts. Auch die Torhüterwechsel – Lichtlein löst Ristovski und Quenstedt Eijlers ab – ließen das Pendel zunächst nicht zu einer Seite ausschlagen. Magdeburg behauptete die Zwei-Tore-Führung aus der ersten Hälfte. Ausgerechnet eine Zeitstrafe gegen Stefan Kneer sollte dem SCM mehr nutzen, als den Gummersbachern. Musche und van Olphen setzten erfolgreiche Gegenstoßtreffer zum 22:27 (44.), aber eine Vorentscheidung war noch längst nicht gefallen.

Gummersbach, das aufgrund zahlreicher Ausfälle (Kopco, Schindler, Lützelberger, Mladenovic, und F. Larsson) nur begrenzte Wechselmöglichkeiten hatte und vor allem im zentralen Rückraum immer wieder Improvisieren musste, gab sich noch nicht geschlagen. Immer wieder konnte man erfolgreich auf die Außenpositionen abräumen und so die Chance auf den Turniersieg wahren. Mit seinem siebten Treffer zum 28:30 (55.) hatte Barna Putics den alten Rückstand wieder hergestellt und Andreas Schröder konnte wenig später vom Kreis den Anschlusstreffer erzielen.

Die letzten drei Minuten wurde es erneut ein richtiges Herzschlagfinale. Carsten Lichtlein ermöglichte mit einer spektakulären Parade gegen Rojewski dem VfL gar die Möglichkeit zum Ausgleich, doch Dario Quenstedt entschärfte den Wurf von Barna Putics. Frank Carstens nahm noch einmal eine Auszeit und gab seinen Schützlingen die finalen Anweisungen auf den Weg, doch die Bördestädter konnten die Entscheidung nicht herbeiführen. In der Abwehr ließ man anschließend aber keine Möglichkeit zu und der finale Freiwurf von Barna Putics blieb in der Abwehrmauer hängen.

Nach der Begegnung wurde Dario Quenstedt noch als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet. Der SCM-Keeper hatte nicht nur auf hohem Niveau gehalten, sondern auch mit einer Parade gegen den besten Turniertorschützen Johannes Sellin (37 Tore) den Endspieleinzug gesichert. Die Auszeichnung des besten Torhüters ging an Sellins Mannschaftskollegen Mikael Appelgren, der befand: „Es hat gut gepasst, aber leider waren wir nicht im Finale. Es war an allen Tagen eine tolle Atmosphäre.“

Beide Trainer zeigten sich nach dem Turnier „super zufrieden mit der Organisation“ und bekundeten gleich ihr Interesse auch bei der 19. Auflage des Sparkassen-Handballcups „gerne wieder dabei“ zu sein. „Es waren fünf anstrengende Tage“, fand SCM-Trainer Frank Carstens und mahnte: „Wir dürfen uns nun nicht zurücklehnen.“

„Jetzt beginnt der Endspurt der Vorbereitung und dann kann es losgehen“, blickte Emir Kurtagic auf die kommenden Wochen vor der 1. Runde im DHB-Pokal am 21. August voraus. Der VfL Gummersbach hat ein unglaublich gutes Turnier gespielt und musste sich am Ende nur knapp dem SCM geschlagen geben und dass obwohl Emir Kurtagic auf fünf wichtige Spieler im Halbfinale und Finale verzichten musste. 

VfL Gummersbach – SC Magdeburg 30:31 (16:18)

Gummersbach: Ristovski, Lichtlein

Schröter 2, Putics 7, Jaeger, J. Larsson, Heyme 1, Gaubatz 3, v. Gruchalla 3, Bult 1, Schröder 4, Santos 9

Textquelle: Pressedienst Sparkassen-Handballcup

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