VfL scheitert an eigenen Nerven und Nikola Blazicko

Bei der knappen 22:23-Niederlage des VfL Gummersbach beim TuS N-Lübbecke vergab die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic in der Schlussphase mehrfach die Chance auf einen verdienten Punktgewinn. Kurz nach der Pause hatte noch Florian von Gruchalla den VfL mit dem 19:14 auf die vermeintliche Siegerstraße gebracht, doch in den letzten 23 Minuten gelangen dem VfL nur noch drei Tore. Lübbeckes Torhüter Nikola Blazicko entschied dabei mit vier in Folge gehaltenen Siebenmetern die Partie. Der VfL hatte in einer turbulenten Schlussphase durch Florian von Gruchalla doch noch die Chance auf das Unentschieden, aber der Ball ging Sekunden vor dem Ende am Tor vorbei.

In Bestbesetzung konnte der VfL Gummersbach am Samstag zum ersten Auswärtsspiel des neuen Jahres beim TuS N-Lübbecke antreten. Neben Fredrik Larsson, der nach überstandenem Infekt, ebenso im Kader stand wie Neuzugang Matthias Puhle. Doch schon zu Beginn war es Puhles Gegenüber, der mit zwei schnellen Paraden das 3:0 für Lübbecke ermöglicht hatte.

Der VfL brauchte in der Folgezeit einen längeren Anlauf, um ins Spiel zu kommen. Zwar zeigte auch Carsten Lichtlein schon in der ersten Halbzeit mit gehaltenem Siebenmeter seine Stärke, doch dem VfL gelang es in der Mitte der ersten Halbzeit nicht, daraus Kapital zu schlagen. Lübbecke war zu dieser Phase immer mit mindestens einem Tor vorne. Doch in den letzten sechs Minuten der ersten Halbzeit dreht sich das Spiel zugunsten der Gäste. Zwei erfolgreich verwandelte Tempogegenstöße von Raul Santos und ein Tor von Barna Putics brachten den VfL zur Pause mit drei Toren in Führung. Mit 16:13 ging der VfL in die Pause auch weil Carsten Lichtlein in der letzten Sekunde seinen zweiten Siebenmeter hielt.

Diesen Schwung nahm der VfL über mit in die zweite Halbzeit. Durch weitere Paraden von Carsten Lichtlein und Toren von Florian von Gruchalla, jeweils zweimal per Tempogegenstoß und einem Treffer von Mark Bult, stand es plötzlich in der 37. Spielminute 19:14 für Gummersbach. Doch dann begann das große Zittern. Dem VfL gelang in den nächsten sechs Minuten kein Tor mehr, Lübbecke nutzte das gnadenlos aus und kam durch den verwandelten Siebenmeter von Dennis Wilke wieder ins Spiel. 18:19 nach 43 Spielminuten.

Der VfL Gummersbach ging zwar durch Florian von Gruchalla in der 48. Spielminute nochmals mit 22:20 in Führung, doch dann ging nichts mehr in der Offensive. Nikola Blazicko vernagelte sein Tor. Erst hielt er die Versuche von Barna Putics und Raul Santos und sein Team ging auf der Gegenseite plötzlich wieder mit 23:22 in Führung. Dann hielt Blazicko er in der Schlussphase gleich drei VfL-Siebenmeter in Folge. Weder Mark Bult, noch Barna Putics und Raul Santos konnten Blazicko von der Siebenmeterlinie überwinden. Der VfL hatte so mehrfach die Chance auf die wertvollen Auswärtspunkte, scheiterte aber an den eigenen Nerven.

Nur dank des ebenso starken VfL-Keepers Carsten Lichtlein blieb der VfL bis in die Schlussminute im Spiel. Plötzlich hatte Gummersbach mit dem letzten Angriff doch noch die Chance auf einen Punkt in Lübbecke. Michal Kopco saß zu diesem Zeitpunkt mit einer Strafzeit auf der Bank, VfL-Trainer Kurgatic nahm die Auszeit und brachte für Lichtlein einen zusätzlichen Feldspieler. Doch Florian von Gruchalla setzte, Sekunden vor dem Ende, den Ball nur neben das Tor.

So fuhr der VfL Gummersbach trotz einer guten Leistung in Lübbecke ohne Punkte nach Hause. In den letzten zwanzig Minuten fehlten den Gummersbachern die Nerven und ein bisschen Glück für einen verdienten Punktgewinn. Am Mittwoch kommt der HSV Hamburg in die SCHWALBE arena. Um 20:15 Uhr ist Anwurf. Karten sind noch im Vorverkauf erhältlich.

Statistik:

Tore TuS N-Lübbecke: Langhans (6), Vukovic (4), Wilke (3/2), Pajovic (3), Loke (3), Schubert (2), Remer (1), Schöngarth (1/1)

Tore VfL Gummersbach: Putics (7), Santos (5/1), von Gruchalla (5), Schindler (3), Bult (2)

Zeitstrafen: 8/10 Minuten

Stimmen nach dem Spiel:

Emir Kurtagic (Trainer VfL Gummersbach): „Dass wir am Ende so viele 100 Prozentige Chancen liegen gelassen haben ist echt bitter und das hat uns heute den verdienten Erfolg genommen. Wir ärgern uns richtig dieses Spiel heute hier verloren zu haben. Es ist besonders bitter, dass sich die Mannschaft um den verdienten Sieg selbst gebracht hat. Wir haben einfach zu viele freie Bälle verworfen und haben uns so nicht selbst für eine gute Leistung belohnt.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Diese Niederlage tut richtig weh. Heute haben wir uns selbst geschlagen. Vielleicht hat die Mannschaft nach sehr starken ersten 40 Minuten zu früh um Kopf auf Spaßhandball umgestellt. Es war ein gefühlter Sieg, doch am Ende nehmen wir keine Punkte mit obwohl wir es heute verdient gehabt hätten. Mit diesen Punkten hätten wir uns weiter von den Abstiegsplätzen absetzten können.“

 

 

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