Minden, Kampf-Halle, 9.12.16: GWD Minden vs. VfL Gummersbach  in der DKB Handball-Bundesliga

VfL unterliegt trotz zwölf Kühn-Treffern in Minden

Bei der GWD Minden musste der VfL am heutigen Abend bereits die fünfte Auswärtsniederlage der Saison einstecken, und die Gummersbacher mussten sich auch diese 23:26-Pleite selber zuschreiben.

GWD Minden – VfL Gummersbach 26:23 (10:12).

„Außer Julius gab es heute in unserem Angriff wenig Lichtblicke“, erklärte der ernüchterte VfL-Trainer Emir Kurtagic, und seine Worte waren wohl noch gelinde gewählt. Wenn man auswärts nur 23 Tore wirft, ein Spieler für mehr als die Hälfte der Treffer verantwortlich ist, haben seine Teamkollegen in den meisten Fällen schlichtweg versagt, so hart dies auch klingen mag.

Dabei begannen die Gäste durchaus vielversprechend, standen sehr gut in Deckung und auch Carsten Lichtlein bestätigte seine gute Form der letzten Spiele. Dennoch konnte Minden das Spiel bis zum 10:10 (28.) ergebnismäßig völlig offen gestalten, und das lag in erster Linie an den Angriffsfehlern der Gäste. „Wir machen fünf, sechs einfache technische Fehler und bringen uns damit – neben der schwachen Wurfquote mit einer Ausnahme – um eine deutliche Halbzeitführung“, so Kurtagic.

Zumindest legten Julius Kühn und Tobias Schröter vor der Pause noch einmal nach zum 10:12 und schickten den Gast mit einem positiven Gefühl in die Kabine. Nach dem Wechsel sollten sich allerdings die Fehler forcieren. Trotz der roten Karte gegen Sjöstrand kommt Minden schnell zum 13:13-Ausgleich und geht sogar mit 18:16 in Führung (41.). Kühn und von Gruchalla können das Ergebnis zwar unmittelbar egalisieren, aber die Abschlussschwäche der Gäste sollte sich am heutigen Abend nicht mehr legen.

„Wir vergeben acht Mal völlig freistehend in Durchgang zwei. Da ist es doch kein Wunder, wenn man ein solches Spiel verliert“, so der Trainer. Hinzu kam, dass Minden aufopferungsvoll kämpfte, die Partie immer hektischer wurde und letztendlich auch die Halle wieder da war. Nach dem 22:22 durch Andreas Schröder kassierte VfL-Kapitän Christoph Schindler nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte. Minden zog im Anschluss auf 24:22 davon und sicherte sich damit den spielentscheiden Vorteil. „Aber selbst in dieser Phase vergeben wir klarste Chancen“, so Übungsleiter, der in der Schlussphase noch einmal alles in die Waagschale warf und einen zusätzlichen Feldspieler brachte.

„Das hat nichts mit Auswärtsschwäche zu tun. So gewinnt man auch zu Hause nicht. Wir spielen eine Partie, die man ohne weiteres gewinnen kann, scheiterten an uns selbst und stehen einmal mehr mit leeren Händen da“, resümiert Kurtagic, der vor dem Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel am 17. Dezember in der SCHWALBE arena viel Aufbauarbeit leisten muss.

Torschützen VfL: Julius Kühn (12/1), Florian von Gruchalla (4), Andreas Schröder (2), Tobias Schröter, Florian Baumgärtner, Evgeni Pevnov, Kevin Schmidt, Alexander Becker (jeweils 1).

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