Tolle Aufholjagd des VfL wurde nicht belohnt

Der VfL bestach in Leipzig durch eine überragende Mannschaftsleistung, trotzte den personellen Ausfällen und verlor unglücklich mit 25:27 (12:17) vor 4.327 Zuschauern in der Arena Leipzig.

SC DHfK Leipzig – VfL Gummersbach 27:25 (17:12).

Nach knapp 43 Spielminuten hätte wohl Niemand in der Leipziger Arena auch nur einen Cent auf den Gast aus dem Oberbergischen gesetzt. Der Leipziger Aivis Jurdzs hatte soeben per Siebenmeter das 23:17 für sein Team erzielte, und für die meisten der 4.327 Besucher war damit so etwas wie die Vorentscheidung gefallen. Hinzu kam, dass VfL-Nationalspieler Julius Kühn bereits nach zwölf Minuten mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste. „Dadurch gab es logischerweise einen Bruch in unserem Spiel“, erklärte VfL-Geschäftsführer Frank Flatten. Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht, aber offenbar ist es eine Innenbandverletzung. Kapitän Christoph Schindler hatte die Reise nach Leipzig wegen Adduktorenproblemen gar nicht erst angetreten.

Umso herausragender war die Leistung der übrigen VfL-Akteure, die eine unglaubliche Aufholjagd hinlegten und die Gastgeber noch an den Rand einer Niederlage bringen sollten. Zunächst traf Tobias Schröter in Unterzahl zum 18:23 und wieder komplett verkürzte Evgeni Pevnov auf 19:23 (45.). Die Gastgeber hatten nun zunehmende Probleme mit der aggressiven VfL-Deckung und Simon Ernst konnte durch drei Tore in Folge innerhalb von 90 Sekunden (!) bis zum 22:23 den unmittelbaren Anschluss herstellten. Und das war noch nicht alles. Tobias Schröter und erneut Ernst brachte den Gast sogar mit 24:23 in Führung (53.). Carsten Lichtlein krönte den unglaublichen 7:0-Lauf sogar noch mit einem gehaltenen Siebenmeter.

Erst in Überzahl (Zeitstrafe gegen Pevnov) konnte Leipzig zum 24:24 ausgleichen und es entwickelte sich eine überaus spannende Schlussphase. Zunächst ging Leipzig per Siebenmeter in Führung, aber Schröter konnte erneut zum 25:25 (59.) ausgleichen. Nach dem 26:25 blieb dem VfL noch eine Minute Zeit. Nach einer Auszeit von Trainer Sead Hasanefendic parierte der SC-Keeper Vortmann gegen Nyokas und Leipzig konnte auf 27:25 erhöhen. Der anschließende Treffer des VfL fand keine Anerkennung mehr. „Die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt, zumal wir ja auch die Verletzung von Julius verkraften mussten. Schade, dass sie dafür nicht zumindest mit einem Punkt belohnt wurden“, so Flatten. Dennoch war es mehr als ein Lebenszeichen des Traditionsclubs und ein Erfolg des Kollektivs. Robert Barten und Florian Baumgärtner als Beispiel mussten in der Deckung fast durchspielen und beeindruckten ebenso wie das komplette Team.

Auch zu Beginn der Partie zeigte der Gast überhaupt keine Scheu und hielt sehr gut mit. Nach 1:3-Rückstand trafen Kühn, Ernst und Pevnov zum 4:4-Ausgleich. Kévyyn Nyokas erzielte das 5:7 (12.), ehe sein Kollege Julius Kühn verletzt raus musste. Durch diesen weiteren Ausfall konnte Leipzig erstmals mit fünf Toren in Führung gehen (12:7, 22. Minute). Diese Führung hielt dann auch bis zur Pause. Nach dem Wiederanpfiff brachten von Gruchalla und zweimal Nyokas den VfL durch einen 3:0-Lauf wieder auf 15:18 heran (36.). Nach einer weiteren Drangphase der Gastgeber, folgte dann die eingangs erwähnte Aufholjagd der Gastgeber. Mit dieser tollen Mannschaftsleistung im Rücken können die Gummersbacher nun gestärkt die kommenden Aufgaben angehen.

Torschützen Gummersbach: Tobias Schröter, Evgeni Pevnov (jeweils 4), Simon Ernst, Kévyyn Nyokas (jeweils 5), Florian von Gruchalla (4/3), Julius Kühn (2), Andreas Schröder (1).

Zeitstrafen: 6:8 (Roscheck zweimal, Janke – Pevnov, Schmidt, Ernst, Schröder).

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies.

Zuschauer: 4.327.

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