Durchgang zwei ging an den VfL

Der VfL unterlag vor 4.132 Zuschauern in der ausverkauften SCHWALBE arena dem Tabellenführer Flensburg verdient mit 23:28 (10:17), konnte aber in der zweiten Halbzeit überzeugen.

VfL Gummersbach – SG Flensburg-Handewitt 23:28 (10:17).

Zugegeben. Der Spannungseffekt ist relativ gering, wenn man zur Pause mit sieben Toren gegen Flensburg zurückliegt. Dennoch ließ sich der VfL davon nicht beirren und spielte eine richtig gute zweite Halbzeit in der ersten Partie nach einer langen Wettkampfpause. Am Ende sollten die Mannen von Trainer Emir Kurtagic den zweiten Durchgang sogar mit 13:11 für sich entscheiden, wobei die SG aber deutlich Tempo aus dem Spiel nahm. Kein Wunder, schließlich hatte der Gast bereits zwei harte Partien gegen den THW Kiel in der Bundesliga und Plock in der Champions League in den Knochen.

Zunächst war es allerdings noch der überragende Lasse Svan, der mit zwei Toren auf 19:10 für den Gast erhöhte. In dieser Phase drohte ein Kantersieg der Gäste, aber der VfL wehrte sich erfolgreich. Vor allem die Deckung steigerte sich kontinuierlich und auch Matthias Puhle feierte ein starkes Comeback nach seiner langen Verletzungspause. Im Angriff lief es ebenfalls besser, und Simon Ernst, Christoph Schindler sowie Kévyyn Nyokas gelang es nun mehrfach, den überragenden Mattias Andersson zu überwinden.

Auf diese Art und Weise schafften es die Gastgeber, unterstützt von den tollen Fans in der SCHWALBE arena, den Rückstand von neun Toren auf nur noch fünf Tore zu reduzieren. Der Siebenmetertreffer von Kevin Schmidt zum 19:24 brachte den VfL zum ersten Mal auf fünf Treffer heran, was Simon Ernst kurz vor Schluss mit dem Treffer zum 23:28-Endstand ein weiteres Mal gelingen sollte. Durch diese starke Vorstellung im zweiten Durchgang zwei versöhnte der VfL dann auch seine Fans und machte Appetit auf mehr. Vor allem Kévyyn Nyokas und Matthias Puhle werden den VfL im Jahr 2017 wieder deutlich verstärken, so dass auch bald die ersten Punkte eingefahren werden sollten.

Man merkte zu Spielbeginn bereits, dass sich der VfL gegen den Tabellenführer einiges vorgenommen hatte. Gleich zu Beginn war Carsten Lichtlein zweimal zur Stelle und Rückkehrer Kévyyn Nyokas, der wie aufgedreht begann, erzielte zwei tolle Tore. Damit führte der VfL nach vier Minuten mit 2:0 gegen die SG. Bei dieser einen Führung sollte es allerdings auch bleiben, auch wenn der VfL weiterhin gut mitspielte.

Hinzu kam, dass Lichtlein auch noch einen Siebenmeter gegen „Mister Zuverlässig“ Anders Eggert hielt. Dennoch ging die SG durch drei Tore in Folge mit 2:3 in Führung, ehe Evgeni Pevnov noch ein letztes Mal am heutigen Abend für den Ausgleich sorgen sollte, denn nun rollte der Flens-Express in gewohnter Manier. Durch ein schönes Anspiel an den Kreis sowie zwei Gegenstöße machte der Gast nach der ersten Auszeit von Ljubomir Vranjes in weniger als zwei Minuten aus dem 3:3 ein 3:6.

VfL-Trainer Emir Kurtagic reagierte umgehend und nahm seinerzeit eine Auszeit, um etwas Ruhe in die Aktionen seiner Mannen zu bringen, die bis dato in der Deckung gut standen und den Gast durch eine offensive 5:1-Deckungsvariante einige Male vor Probleme stellte. Nach dem 4:6 durch Kevin Schmidt, zeigten die Flensburger den Besuchern in der ausverkauften SCHWALBE arena aber auch einmal mehr, wie einfach und effektiv Handball wirken kann, wenn man es nahezu perfekt beherrscht. Immer wieder brachten die Gäste ihre Außenspieler durch schnelle Spielzüge in Aktion und schalteten darüber hinaus nach Abschlüssen der Gastgeber blitzschnell um und kamen ihrerseits zum Erfolg.

Diese einfachen Tore über die schnelle Mitte sowie jeweils fünf Treffer aus beiden Spielecken durch Anders Eggert und Lasse Svan in Durchgang eins sollten den Unterschied ausmachen. Hinzu kam, dass Mattias Andersson nach dem überragenden Beginn von Carsten Lichtlein doch noch kontinuierlich zum Torhüter des Abends avancieren sollte. Und natürlich merkte man dem VfL auch die lange Wettkampfpause an, so dass einige einfache Fehler ebenfalls dabei waren und auch einige Automatismen noch nicht saßen.

Andreas Schröder brachten den VfL mit dem 7:10 zwar noch einmal heran (21.), aber Flensburg hatte einfach immer die passenden Antworten parat und bestrafte Fehler gnadenlos. Nach dem 9:14 durch Julius Kühn per Siebenmeter, waren es erneut Svan sowie Zachariassen, die auf sieben Tore Differenz erhöhen, die es dann auch zur Pause sein sollten. Damit war die Vorentscheidung in dieser Partie gefallen.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. HZ, 6 Paraden, darunter 1 Siebenmeter), Matthias Puhle (2. HZ, 5 Paraden); Tobias Schröter (1), Simon Ernst (3), Christoph Schindler (2), Julius Kühn (6/1), Florian Baumgärtner, Kévyyn Nyokas (5), Evgeni Pevnov (1), Kevin Schmidt (3/2), Florian von Gruchalla, Alexander Becker, Andreas Schröder (2), Lasse Hasenforther (n. e.), Maximilian Jaeger (n. e.), Robert Barten (n. e.).

SG Flensburg-Handewitt:
Mattias Andersson (16 Paraden, darunter 1 Siebenmeter), Kevin Moeller (n. e.); Anders Eggert (9/4), Holger Glandorf (1), Thomas Mogensen (3), Lasse Svan (8), Petar Djordjic (1), Jacob Heinl, Anders Zachariassen (1), Henrik Toft Hansen (1), Jim Gottfridsson, Rasmus Lauge Schmidt (2), Kentin Mahé (2), Hampus Wanne, Mark Bult, Bogdan Radivojevic.

Siebenmeter: 4:3 – 5:4 (Kühn scheitert einmal an Andersson – Lichtlein hält einmal gegen Eggert).

Zeitstrafen: 4:4 (Kühn, Pevnov – Heinl, Toft Hansen).

Zuschauer: 4.132 (ausverkauft).

Schiedsrichter: Martin Thöne/Marijo Zupanovic.

Stimmen zum Spiel

Ljubomir Vranjes (Trainer Flensburg-Handewitt): „Wir haben ein hartes Auftaktprogramm in den Knochen und sind mit viel Respekt nach Gummersbach gereist. Wir wollten hier von der ersten Minute an Gas geben, aber Lichtlein war am Anfang zu stark. Danach haben wir das Spiel allerdings kontrolliert und kamen über die ersten, die zweite und sogar die dritte Welle zum Erfolg. Den zweiten Durchgang haben wir 11:13 verloren, was mich natürlich nicht freut. Wir haben hier etwas zu früh Gas weggenommen, wobei ich meine Jungs natürlich auch verstehen kann bei dem Programm. Wir freuen uns jetzt auf jeden Fall, dass wir nun zwei Heimspiele in Folge haben.“

Emir Kurtagic (Trainer Gummersbach): „Natürlich geht der Sieg aufgrund der ersten Halbzeit in Ordnung. Mir hat aber sehr gut gefallen, dass wir wieder als Mannschaft aufgetreten sind. Flensburg hat viel Druck gemacht, aber wir haben dagegengehalten und in der zweiten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben überragend gedeckt und die überwiegende Zahl der Zweikämpfe gewonnen. Das war sehr gut und stimmt uns zuversichtlich. In Durchgang eins war die Zahl der Fehler noch zu hoch, was aber auch an der langen Pause liegen kann. Ansonsten haben wir heute viele Dinge sehr gut gemacht und werden uns nun intensiv auf das nächste schwere Auswärtsspiel vorbereiten.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Flensburg ist der verdiente Sieger, aber wir können heute auch mit der Einstellung unserer Jungs sehr zufrieden sein und werden mit breiter Brust zum schweren Auswärtsspiel nach Balingen reisen. Ich bedanke mich bei den Fans, die uns heute einmal mehr überragend unterstützt haben.“

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