DHB Pokal: VfL Gummersbach - SG Flensburg-Handewitt

Aus der Traum: Flensburg eine Nummer zu groß

Vor 2.461 Zuschauern verliert ein heute chancenloser VfL im Viertelfinale des DHB-Pokals mit 22:28 (8:14) gegen Flensburg und verpasst das REWE Final Four in Hamburg.

VfL Gummersbach  – SG Flensburg-Handewitt 22:28 (8:14).

Schade, VfL. Die Reise zum REWE Final Four nach Hamburg muss ohne die Oberberger stattfinden, denn der Gegner aus dem hohen Norden war heute eine Nummer zu groß. Flensburg zeigte sich hochkonzentriert und konnte auch wieder auf den zugleich besten Spieler des heutigen Abends Thomas Mogensen sowie auf Lars Kaufmann zurückgreifen. Eindrucksvoll nutzten sie die Fehler des VfL aus, spielten ihre eigenen Stärken aus und präsentierten sich als echte Spitzenmannschaft. Und genau das ist der VfL eben noch lange nicht, und kann es auch nicht sein. Nach dem recht deutlichen Halbzeitstand, hatten sich die Jungs von Trainer Emir Kurtagic in der Kabine dennoch einiges vorgenommen. Durch Bult und Schröder kamen sie noch einmal zumindest auf fünf Tore heran, aber nach wenigen Minuten schaltete Flensburg wieder einen Gang hoch.

Mit einem einmal mehr starken Mattias Andersson zwischen den Pfosten und einer überragenden Deckung im Rücken, lief die Angriffsmaschine schnell wieder auf Betriebstemperatur. Mit dem 15:23 durch Lars Kaufmann in der 47. Minute schwanden die Hoffnungen – nach 52 Minuten betrug der Rückstand sogar zehn Tore (16:26). In dieser Phase mobilisierten die Hausherren aber noch einmal alle Kräfte, denn abschlachten lassen wollten sie sich heute dann doch nicht. In der Schlussphase gab es somit noch einige positive Aktionen. Tobias Schroeter erzielte insgesamt vier blitzsaubere Tore ohne Fehlversuche, und auch der heutige Ersatzkeeper Nicholas Plessers konnte sich noch zweimal auszeichnen, so dass die Niederlage zumindest im erträglichen Rahmen blieb.

In den ersten 30 Minuten deutete sich bereits an, dass der Champions League Sieger für den VfL heute kein Gegner auf Augenhöhe sein wird. Vor allem im Angriff fiel den Gastgebern zu wenig ein. Sie wirkten teilweise ängstlich, ideenlos und die Aktionen waren sehr leicht auszurechnen. Hinzu kamen einige unkonzentrierte Abspiele, so dass nach 30 Minuten nur vier Feldtore zu Buche standen – drei davon nach Tempogegenstößen. Flensburg bewies einmal mehr, dass die SG-Deckungsreihe zu den Besten der Welt gehört, wobei es der VfL ihnen auch nicht sonderlich schwer machte.

Dafür konnte man den Kurtagic-Schützlingen aber den Willen nicht absprechen, denn nach dem 3:10 durch Kreisläufer Zachariassen und dem späteren 4:12 durch den überragenden Mogensen sah es nach einem Debakel aus. Zum Glück leistete sich Flensburg im Anschluss auch die ersten technischen Fehler. Carsten Lichtlein konnte sich zudem einige Mal in Szene setzen, und Raul Santos erwies sich als nahezu perfekter Siebenmeterschütze. Auf diese Weise lebte zur Pause zumindest noch die Hoffnung.  

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. bis 53., 10 Paraden), Nicholas Plessers (ab 53., 2 Paraden);  Tobias Schroeter (4), Simon Ernst (1), Christoph Schindler, Julius Kühn,  Mark Bult (1), Joakim Larsson, Magnus Persson (1),  Gunnar Stein Jonsson (3), Florian von Gruchalla, Alexander Becker (1), Andreas Schröder (4), Raul Santos (7/5).

SG Flensburg-Handewitt: Mattias Andersson (13 Paraden), Kevin Moeller (nur bei zwei Siebenmetern); Tobias Karlsson, Drasko Nenadic (1), Anders Eggert (3), Thomas Mogensen (6), Lasse Svan, Lars Kaufmann (5), Johan Jakobsson (1), Anders Zachariassen (6), Bogdan Radivojevic (5), Ahmed Elahmar (1), Maik Machulla, Hampus Wanne, Jakob Macke.

Siebenmeter:  6:5 (Santos scheitert einmal an Andersson).

Zeitstrafen: 2:4 (Ernst – Jakobsson, Zachariassen).

Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild.

Zuschauer: 2.461.

Spielfilm: 1:4 (9.), 3:10 (22.), 4:12 (25.), 7:12 (28.), 8:14 – 11:16 (34.), 12:19 (36.), 14:20 (41.), 15:23 (47.), 16:26 (52.), 20:27 (58.), 22:28.

Stimmen zum Spiel:

Ljubomir Vranjes (Trainer Flensburg): „Wir hatten eine schwere Zeit, und natürlich bin ich froh, dass unsere verletzten Spieler nun nach und nach zurückkommen, wie Mogensen und Kaufmann heute. Warum haben wir heute gewonnen? Wir haben eine überragende Abwehr gespielt mit einem erneut starken Torhüter. Folglich hatten wir das Spiel auch gut im Griff, haben einen ungefährdeten Sieg eingefahren und freuen uns nun auf Hamburg.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL Gummersbach): „Flensburg hat eine unglaubliche Präsenz gezeigt und natürlich verdient gewonnen. Drei Gegentreffer in 20 Minuten sprechen für sich. Wir haben ganz schlecht im Angriff agiert und viel zu wenig Lösungen gefunden. Insgesamt bin ich aber auch der Meinung, dass wir zu wenig in dieses Spiel investiert haben, wenn man bedenkt, um welche große Chance es ging. Wir waren weit weg von dem, was wir uns vorstellen und was wir zeigen können. Das Spiel war nach 25 Minuten entschieden. Gefreut haben mich die beiden Paraden von Nicholas, und „Pepe“ Schroeter hat auch gut gespielt. Das war es aber auch schon. Wir müssen uns jetzt schnell von diesen beiden Tiefschlägen – Bietigheim und Flensburg – erholen und das ganz wichtige Derby angehen.“

Frank Flatten (Manager VfL Gummersbach): „Natürlich bin auch ich enttäuscht, schließlich haben wir ja einen Traum gelebt. Beim Blick auf die Aufstellung war allerdings schon klar, dass es ein fast hoffnungsvolles Unterfangen werden kann, und so kam es auch. Flensburg hat hochverdient gewonnen und ich werde mir das Rewe Final Four leider wieder nur als Gast ansehen müssen. Wir müssen jetzt den Schalter schnell wieder umlegen und uns auf das ganz wichtige Derby am Samstag gegen den Bergischen HC in einer hoffentlich ausverkauften SCHWALBE arena konzentrieren.“

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