150605 Hamburg / O2-World
DKB Handball Bundesliga
HSV Hamburg - VfL Gummersbach

Alexander BECKER (VfL GM/KM/45) im Angriff.

VfL verspielt leichtfertig Rang acht

Der VfL Gummersbach unterliegt trotz klarer Führung am Ende mit 32:31 (13:21) dem HSV Hamburg, kann aber dennoch auf eine großartige Saison zurückblicken.

HSV Hamburg Handball – VfL 32:31 (13:21).

Der Saisonabschluss des VfL Gummersbach einer insgesamt großartigen Serie war leider nicht von Erfolg gekrönt. Im Gegenteil: Er war sogar sehr bitter, und dabei war der HSV-Keeper Johannes noch nicht einmal dabei. Bitter vor allem deshalb, weil der VfL in Hamburg lange Zeit wie der sichere Sieger aussah. In einer starken ersten Hälfte konnten die Gastgeber nur bis zum 7:7 nach gut zehn Minuten mithalten. Im Anschluss dominierte der Gast. Simon Ernst macht mit zwei schönen Toren den Anfang, und Raul Santos erhöhte vom Elfmeterpunkt auf 10:7 für den VfL. In weniger als zehn Minuten erwarf sich Gummersbach einen Acht-Tore-Vorsprung mit dem 9:17 durch Julius Kühn. Hamburg wirkte geschockt, und der VfL marschierte mit einer komfortablen Führung in die Kabine. „Vielleicht waren wir uns danach etwas zu sicher“, bilanzierte Trainer Emir Kurtagic später, denn nach dem Wechsel war er mit der Leistung seiner Mannen überhaupt nicht mehr zufrieden.

Obwohl das Ergebnis anfangs noch stimmte, war ein gewisser Schlendrian nicht zu übersehen. „Ich habe in dieser Phase an der Hallendecke das Ergebnis gesehen. Das war okay, aber unsere Leistung war es nicht mehr“, so Kurtagic. Klare Chancen wurden nun vergeben und es unterliefen auch leichtfertige Fehler, so dass der HSV vom VfL weiter am Leben gehalten wurde. Der Vorsprung schwand langsam, aber sicher dahin, ohne dass es allerdings nach einer ernsthaften Ergebniswende aussah. Zehn Minuten vor Schluss führte der VfL immer noch mit vier Toren, drei Minuten später sogar wieder mit fünf.

Fünfeinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff sollten sich das Blatt dann aber doch noch einmal wenden. Ausgerechnet nach einer Zeitstrafe für die Gastgeber sollte der HSV endgültig zurückkommen. Die Hanseaten gewann die Unterzahl mit 2:0 und nach dem 29:31 wurde es hektisch. Zwei weitere HSV-Tore folgten, ehe Raul Santos vom Elfmeterpunkt quasi den achten Tabellenplatz in der Hand hatte und vergab. Drei Sekunden vor Schluss warf Kevin Herbst den Siegtreffer und die Halle, die Mitte der zweiten Hälfte zum Leben erwachte, war außer sich vor Freude. „Das war bitter. Natürlich darf man ein solches Spiel unter keinen Umständen mehr aus der Hand geben, aber wir haben es auch schon andersherum erlebt“, so Kurtagic und erinnert sich an das Heimspiel gegen den TBV Lemgo, als sein Team vier Minuten vor Schluss ebenfalls einen Vier-Tore-Rückstand drehte.

Aber so kann nun einmal der Handball sein, zumal der VfL ja auch schon ausreichend knappe Partien für sich entscheiden konnte. „Heute hat uns sicherlich die Cleverness und vielleicht auch etwas die Erfahrung gefehlt, aber der Grundeindruck bleibt durchweg positiv“, so Kurtagic. Sein Team hatte vor der Saison Niemand etwas zugetraut, und nun erreichte der zweitjüngste Kader der Liga den zehnten Tabellenplatz – punktgleich mit dem Tabellenachten: „Ich bin stolz auf die Mannschaft und sehr dankbar für die Unterstützung von allen Seiten und allen Beteiligten.“ Kein Wunder also, dass Geschäftsführer Frank Flatten diese Niederlage ebenfalls sportlich nimmt: „Wir können stolz auf diese Saison sein. Die Truppe wird zusammenbleiben, und auch diese heutigen Erfahrungen werden wir mitnehmen und weiter an der Entwicklung der Mannschaft arbeiten.“

Torschützen VfL:

Simon Ernst (4), Julius Köhn (5), Magnus Persson (1), Joakim Larsson (1), Gunnar Steinn Jonsson (1), Florian von Gruchalla (3), Mark Bult (2), Alexander Becker (2), Andreas Schröder (4), Raul Santos (8/2).

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