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VfL Gummersbach unterliegt dem HSV Hamburg

Nur in der ersten Halbzeit konnte der VfL Gummersbach mit dem Favoriten aus Hamburg mithalten. Vor 3690 Zuschauern in der SCHWALBE arena ging der HSV nur mit einer Vier-Tore-Führung in die Halbzeit. Doch nach Wiederbeginn verlor die Mannschaft von Emir Kurtagic immer mehr den Faden und Hamburg entschied schon in der Mitte der zweiten Halbzeit das Spiel für sich. Beim VfL Gummersbach enttäuschte außer Andreas Schröder, der elf Tore warf, vor allem die Offensive. Der HSV spielte eine gute offensive Deckung und gewann am Ende verdient mit 25:31.

 

Gegen den HSV Hamburg tat sich der VfL von Beginn an gerade in der Offensive schwer. Außer Michal Kopco, der nach elf Minuten dreimal traf, konnte sich kein VfL-Profi in die Torschützenliste eintragen. Auf der Gegenseite hatte es der HSV da einfacher, bis auf 7:3 konnte der HSV in den ersten 13 Minuten davonziehen. Einzig Carsten Lichtlein verhinderte in der Anfangsphase eine noch höhere Gästeführung. Gummersbach kam weiter gegen die aggressive und sehr bewegliche HSV-Abwehr nicht ins Spiel. Trainer Emir Kurtagic musste in der 17. Minute beim Stand von 5:10 schon seine zweite Auszeit nehmen.

Eine Maßnahme, die das Team endlich ein wenig aufweckte. Mit einem 3:0-Lauf in drei Minuten schloss der VfL wieder auf. Andreas Schröder hämmerte den Ball kraftvoll aus dem Rückraum zum 8:10 in das Hamburger-Tor. Ein kurzer Vorstoß, den der HSV im Gegenzug konterte. Mit einem starken Johannes Bitter im Tor zogen die Gäste das Tempo wieder an und zogen wieder davon. Der starke Pascal Hens traf in der 22. Minute zum 12:8.

Bis kurz vor der Pause konnte Gummersbach diesen Vier-Tore-Rückstand halten als erneut Pascal Hens aus dem Rückraum für den HSV auf 16:11 erhöhte. Andreas Schröder verkürzte noch vor Ende der ersten Halbzeit auf 12:16, doch der VfL musste in der Pause ein Mittel finden, um gegen die sehr offensive Abwehr der Hamburger wieder ins Spiel zu kommen.

In den ersten fünf Minuten nach Wiederbeginn fand der VfL dieses Mittel nicht. Im Gegenteil: Der HSV bestimmte weiter die Partie und baute die Führung in der 36. Minute durch Joan Canellas verwandelten Siebenmeter auf 21:14 aus. Auch in der Folgezeit fand meist nur Andreas Schröder die Lücke in der Gästeabwehr, doch Schröder allein konnte es an diesem Abend nicht herausreißen. Hamburg wurde seiner Favoritenrolle weiter gerecht und baute die Führung weiter aus: Erneut Canellas markierte in der 47. Minute das 27:18. 

Das Spiel war längst entschieden, doch der VfL verlor weiter Ball für Ball und machte es so dem HSV leicht, die Führung auszubauen. Es kam aber nochmals Jubel auf in der SCHWALBE arena, die mit 3690 Zuschauern auch an diesem Abend gut gefüllt war. In der 49. Minute kam Matthias Puhle zu seinem Heimdebüt und wurde von den Fans mit viel Applaus empfangen. Er fügte sich mit ein paar guten Paraden sehenswert ein, konnte aber auch die 25:31-Niederlage am Ende nicht verhindern. Barna Putics sah zudem fünf Minuten vor dem Ende nach einem großen Foulspiel noch die rote Karte.

Durch die Niederlage und den gleichzeitigen Überraschungserfolg des GWD Minden gegen die Füchse Berlin rutscht der VfL in der Tabelle auf den 13. Tabellenplatz ab.  Drei Punkte beträgt aktuell noch der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Statistik: 

Tore VfL Gummersbach: Schröder (11), Bult (5/3), Kopco (3), von Gruchalla (2), Santos (1), Schindler (1), Putics (1), F. Larsson (1)

Tore HSV Hamburg: Duvnjak (6), Schröder (5), Hens (4), Canellas (4/2), Pfahl (3), Nilsson (3), Mahé (2/1), Jansen (2), Dominikovic (1), Lackovic (1)

Zeitstrafen: 4/8 Minuten, Rote Karte gegen Barna Putics (55. Minute)

Stimmen nach dem Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV): „Zuerst einmal Glückwunsch dem VfL Gummersbach zu dieser schönen Halle. Ist schon großer Sport, macht Spaß das zu sehen. Zum Spiel: Wir haben in der ersten Halbzeit diesen Vier-Tore-Vorsprung erarbeitet, weil wir in der Abwehr die 1:1-Situationen gelöst haben. Wir haben uns vorgenommen offensiv an die Rückraumspieler ranzugehen, weil wir natürlich auch wussten, dass da viel Wurfkraft ist. Ich glaube das haben die Jungs sehr, sehr gut gemacht. Ein kleiner Wermutstropfen in der ersten Halbzeit war natürlich, dass wir drei oder vier ganz freie Chancen haben liegen lassen. Die hat Carsten Lichtlein hervorragend gehalten, das hat uns ein bisschen weh getan. In der zweiten Halbzeit haben wir das dann souverän gespielt und unsere Tore gemacht, als es nötig war. Natürlich haben wir Andreas Schröder nicht so in den Griff bekommen, der uns mit seinen Würfen vor Probleme gestellt hat. Ich glaube, dass es auch in der Höhe verdient war, für mich hätten es jetzt auch noch ein paar Tore mehr sein können. Wir freuen uns, dass wir zwei Punkte geholt haben.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL): „Erst einmal Glückwunsch dem HSV zum verdienten und vielleicht auch zu niedrigen Sieg. Heute haben wir das Spiel von der ersten Minute an aus der Hand gegeben und nicht die Bereitschaft gehabt, die notwendig wäre um gegen so einen Gegner zu bestehen. Wir haben sehr, sehr passiv gedeckt, ohne Bewegung, wir haben auf sechs Metern gestanden. So hat Pascal Hens von sieben Metern geworfen. Das war unser Problem: Wir haben heute überhaupt keine Aggressivität auf dem Feld gehabt. Wie ängstlich, ich wüsste jetzt nicht wovon, aber so war der Eindruck und im Endeffekt war es nur die Leistung von Andi. Er hat ein gutes Spiel gemacht. Und auch Andreas Heyme, er hat der Mannschaft Aggressivität gegeben in den letzten zehn Minuten. Und das war es eigentlich zu unserem Spiel, das war einfach schwach. Wir haben heute gesehen, wo unsere Grenzen sind, wenn wir nicht bereit sind um jeden Zentimeter auf dem Platz zu kämpfen.“

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Stimmen nach dem Spiel:

Pressekonferenz:

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