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VfL Gummersbach setzt neue Akzente bei der Förderung von Toptalenten auf Vereinsebene

Handballakademie VfL Gummersbach beginnt Eliteförderungs-Konzept

Nach dem Vorbild des Deutschen Handballbundes werden beim VfL Gummersbach und seiner Handballakademie Toptalente zukünftig „maximal individualisiert“ gefördert. Nachwuchskoordinator Jörg Lützelberger, erklärt wie das Konzept der VfL-Eliteförderung entstanden ist: „Ideen und Bestrebungen dazu bestehen schon lange. Den letzten Anstoß hat uns das Qualitätsaudit mit den HBL-Experten Klaus Langhoff und Kurt Reusch im März gegeben. Sie haben uns nachhaltig motiviert, die ohnehin schon hohen Anstrengungen im Nachwuchsbereich für die besten Talente noch einmal zu verstärken.“

Zu Beginn jeder Saison werden die Spieler der VfL-Eliteförderung durch gemeinsamen Beschluss aller Trainer im VfL Leistungshandball benannt und profitieren im Verlauf von einer noch intensiveren Betreuung, vielfältiger Unterstützung hinsichtlich ihrer Umfeld-Bedingungen und gesonderten Fördermaßnahmen.

Geschäftsführer Frank Flatten zeigt sich begeistert: „Das ist der nächste logische Schritt in unserem Nachwuchsleistungssportkonzept. Mit der zusätzlichen Aufmerksamkeit und den damit einhergehenden zusätzlichen Fördermaßnahmen, sind gleichzeitig auch höhere Erwartungen an unsere Toptalente verbunden. Hierbei achten wir darauf, dass die Spieler besonders als Persönlichkeiten reifen. Ähnlich dem Ehrenkodex der Elitespieler des Deutschen Handballbundes, erwarten wir von unseren Toptalenten ein vorbildhaftes Verhalten im Sinne der VfL-Mentalität.“

Dafür geben die Spieler das so genannte „Blau-Weiss-Versprechen“, mit dem sie sich neben der Einhaltung der Anti-Doping-Regularien, explizit formulierten Wertevorstellungen verpflichten. „Das zentrale Ziel der Eliteförderung ist die optimierte Ausschöpfung der Entwicklungspotenziale. Unsere Toptalente erhalten dabei einen Status innerhalb unserer Nachwuchsförderung, der ihnen ein noch größeres Bewusstsein für die eigene Persönlichkeits- und Leistungsentwicklung geben soll“, beschreibt Ex-Profi Lützelberger die Hintergründe. Die VfL-Verantwortlichen erfinden das Rad dabei keinesfalls neu. Sie setzen die neuen Standards des „Jugendzertifikats mit Stern“ der DKB Handball-Bundesliga konsequent um. Diese schreiben Individualisierung auf allen Ebenen vor. Leistungsanalyse, Festlegung von Entwicklungszielen, Trainingsplanung, Karriereplanung, umfassende Betreuung und Optimierung der Umfeld-Bedingungen; alles wird für den einzelnen Spieler detailliert erarbeitet, um in der täglichen Praxis die Vorrausetzungen für eine optimale Leistungsentwicklung zu schaffen.

Individualisierung sei natürlich ein Grundprinzip das für alle unsere Spieler gelte. Trotzdem sei es am Ende des Tages eine Frage der Ressourcen wie weit man dabei gehen kann, stellt Lützelberger die Tatsache heraus, dass man sich für die VfL-Elitekader „künftig noch mehr ins Zeug legen wird“. Ein Beispiel dafür ist die professionelle und individuelle Berufswegeberatung der jungen Sportler beim neuen VfL-Partner „Moment:Talent!“. Hier soll herausgefunden werden, wo der Weg nach dem Abitur fortsetzt, welcher Studiengang am besten geeignet ist oder ob nicht vielleicht doch eine Berufsausbildung oder ein Praktikum besser zu den Stärken und Interessen des Sportlers passen. Geschäftsführer Flatten betont in diesem Zusammenhang, „dass der VfL besonders gegenüber den Spielern die perspektivisch die Chance auf eine Profi-Karriere haben, seiner Verantwortung gerecht werden will, sie beim Aufbau einer soliden Grundlage für das spätere Berufsleben zu unterstützen.“ Dass die duale Karriere nicht einfach ist, weiß Akademieleiter Jörg Lützelberger selbst sehr gut. Während seiner aktiven Zeit hat er sowohl das Studium an der Deutschen Sporthochschule, als auch die A-Trainerausbildung beim DHB abgeschlossen. „Auch hier kommen wir wieder auf das Thema Persönlichkeit zu sprechen. Bei 7 bis 10 Trainingseinheiten pro Woche noch ausreichend Energie für Bildung oder Ausbildung aufzubringen bedarf großer Zielstrebigkeit und Disziplin. Eigentlich kann es sich kein Handballer erlauben einen längeren Zeitraum ausschließlich auf den Leistungssport zu setzen. Daher ist es unglaublich wertvoll, wenn junge Sportler sich für die duale Karriere entscheiden. Unsere Aufgabe ist es, sie darauf vorzubereiten und bestmöglich zu unterstützen. Ganz im Sinne unseres Mottos: HANDBALL. LEBEN. LERNEN.“

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