Lemgo, Lipperlandhalle, 10.10.15: TBV Lemgo vs. VfL Gummersbach im Spiel der 1. Handball Bundesliga Saison 2015/2016.

VfL in Lemgo nach der Pause desolat

Nach einem 13:14 zur Halbzeit, unterlag der VfL am heutigen Abend vor 4.386 Zuschauern deutlich und verdient mit 20:26 beim TBV Lemgo.

TBV Lemgo – VfL Gummersbach 26:20 (14:13).

VfL-Trainer Emir Kurtagic waren auch 90 Minuten nach dem Schlusspfiff der Ärger und die Enttäuschung noch deutlich anzumerken: „Natürlich kann man in Lemgo verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise.“ Es war die Summe der Unzulänglichkeiten, die sich durch die komplette Mannschaft zog, die den Übungsleiter auf die Palme brachte. Eine katastrophale Chancenwertung und eine Summierung individueller Fehler waren es, die den TBV auf die Siegesstraße brachte, nicht etwa die Stärke des Gegners. „Lemgo hat das gut gemacht und unsere Unzulänglichkeiten ausgenutzt, aber geschlagen haben wir uns ganz alleine“, poltert Kurtagic weiter, der tatenlos zusehen musste, wie sein Team die elementarsten Dinge vermissen ließ.

Freie Würfe über das Tor, Gegenstöße, die ebenfalls den Kasten deutlich verfehlten, oder auch überhastete Abschlüsse und weitere falsche Angriffsentscheidungen. Insgesamt 20 eindeutige Fehler wurden notiert, die sich auf nahezu alle Spieler verteilten. „Wenn ein Spieler mehrere Fehler macht, kann ich ihn auswechseln, aber es war die ganze Mannschaft. Da kannst du decken und halten, was du willst. Mit einer solchen Paarung aus Unkonzentriertheit und Disziplinlosigkeit kann man in dieser Liga einfach gar nichts erreichen“, so Kurtagic, für den nach den beiden Unentschieden gegen die Aufsteiger Leipzig und Stuttgart sowie der heutigen Niederlage ein Tiefpunkt erreicht ist: „Jeder Spieler muss sich nach diesen Leistungen hinterfragen, und natürlich werde ich mich auch nicht verstecken. Aber, wenn wir so weitermachen, verlieren wir die nächsten fünf Spiele in Folge.“ Bis dato sei jeder gut damit beraten, ganz kleine Brötchen zu backen: „Wir müssen Woche für Woche unsere Leistung bringen und nicht von Europapokal oder einstelligen Tabellenplätzen reden. Mit reden alleine hat noch nie jemand etwas erreicht.“

Zum Spielverlauf: Raul Santos brachte den VfL in der ersten Minute in Front, und zwei Minuten später traf Andreas Schröder zum 1:2. Das sollte allerdings die letzte Führung des VfL am heutigen Abend bleiben. Nach dem 4:4 setzte sich der TBV Lemgo zum ersten Mal durch einen 3:0-Lauf etwas ab und hielt diesen Vorsprung bis zum 14:11 kurz vor dem Wechsel. Evgeni Pevnov und Raul Santos sorgten durch ihre beiden Treffer zum 14:13 für neue Halbzeithoffnung in der VfL-Kabine. Die Gäste konnte dabei in der Deckung durchaus überzeugen, und auch Carsten Lichtlein (insgesamt 16 Paraden) hatte einen guten Abend.

Nach dem Wechsel blieb es ebenfalls lange Zeit spannend. Bis zum 18:17 (47.) blieb der Gast aus dem Oberbergischen unmittelbar auf Schlafdistanz, ehe die Gastgeber die Partie für sich entscheiden sollten. Binnen acht Minuten machten sie aus dem 18:17 ein 23:18 (55.). Dieser 5:1-Lauf sollte die Entscheidung sein. Der VfL, der in dieser Phase im Angriff kollektiv versagte, kam nur noch einmal auf vier Tore heran (24:20 durch Simon Ernst), und in den letzten zwei Minuten schraubte der TBV den Vorsprung sogar auf sechs Tore rauf. Beste Werfer bei Lemgo waren Tim Hornke (6/1) und Andrej Kogut (5).

Torschützen VfL: Simon Ernst (2), Christoph Schindler (5), Julius Kühn (2), Evgeni Pevnov (3), Mark Bult (1), Andreas Schröder (2), Raul Santos (5/1).

Spielfilm: 1:2 (3.), 3:3 (7.), 4:4 (9.), 7:4 (16.), 9:6 (18.), 11:8 (24.), 14:11 (28.), 14:13 – 15:15 (34.), 18:17 (47.), 20:17 (50.), 23:18 (55.), 26:20.

Zuschauer: 4.386.

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