Gummersbach, Schwalbe-Arena, 21.02.16: VfL Gummersbach vs. ThSV Eisenach im Spiel der 1. Handball Bundesliga Saison 2015/2016.
Matthias PUHLE (VfL GM/TW/16) hat vor dem Spiel seinen Vertrag für zwei Jahre verlängert.

Souveräner VfL ließ Eisenach keine Chance

Der VfL Gummersbach gewinnt durch eine hochkonzentrierte Leistung vor vollem Haus souverän mit 32:21 gegen den ThSV Eisenach.

VfL Gummersbach – ThSV Eisenach 32:21 (19:11).

Der VfL Gummersbach knüpfte in der erneut ausverkauften Schwalbe-Arena nach der EM-Pause dort an, wo er Ende 2015 aufgehört hatte – mit einem Sieg. Gegen den Aufsteiger ThSV Eisenbach errangen die Schützlinge von Cheftrainer Emir Kurtagic nicht nur die erhofften zwei Punkte, sondern durch den hohen 32:21 (19:11)-Sieg weisen sie mit 22:20 Punkten nicht nur ein positives Punkte- sondern auch ein positives Torekonto auf. Und anders als beim letzten Heimspiel im Jahr gegen den anderen Aufsteiger TVB Stuttgart mussten die VfL-Fans nach der klaren Pausenführung diesmal nicht um die beiden Punkte zittern.

Und die Gummersbacher Fans konnten sich nicht nur übe die beiden Pluspunkte freuen, für große Freude sorgte auch die Mitteilung von der Vertragsverlängerung von Matthias Puhle. Der 30-jährige Torhüter, der Anfang 2014 vom HBW Balingen-Weilstetten ins Oberbergische wechselte, verlängerte seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2018. Damit bildet Puhle auch in der kommenden Saison zusammen mit Nationaltorhüter Carsten Lichtlein das Torhütergespann.

Gegen die Gäste aus Thüringen mit ihren großen Rückraumriesen hatte Emir Kurtagic seine Abwehr taktisch gut eingestellt. Gegen die sehr bewegliche VfL-Deckung, die besonders die ThSV-Hünen Bogdan Criciotoiu und Azat Valullin sehr früh störte, fanden die Gäste kaum ein Rezept. Außerdem zeigten die Eisenacher Angreifer sichtlich Respekt vor Nationaltorhüter Carsten Lichtlein. Somit wurden die Eisenacher einfach zu technischen Fehlern und Fehlwürfen gezwungen – und die Gastgeber kamen immer wieder durch Tempogegenstöße oder durch die zweite Welle zu Torerfolgen. Die Mannen um Kapitän Christoph Schindler waren von der ersten Sekunde hellwach – und die schnelle 2:0-Führung durch Andreas Schröder und den frischgebackenen Julius Kühn gab ihnen zusätzliche Sicherheit.

So stand nach nur neun Minuten bereits eine 5:1-Führung für die Gastgeber auf der Anzeigentafel und ThSV-Trainer Velimir Petkovic sah sich schon früh zu seiner ersten Auszeit genötigt. Aber die Spielfreude der Gastgeber konnte auch der Trainerfuchs auf der Gästebank nicht stoppen, denn bis zur 12. Minute schraubten Evgeni Pevnov, Julius Kühn und Andreas Schröder das Ergebnis sogar auf 8:2. Und der VfL war auch durch die Zeitstrafe gegen Magnus Persson nicht zu stoppen: Im Gegenteil, in Unterzahl – im Angriff nahm Kurtagic aber Torhüter Lichtlein aus dem Gehäuse, dafür brachte er mit Christoph Schindler (später Simon Ernst) einen weiteren Feldspieler – erzielte der vor Selbstvertrauen nur so strotzende Julius Kühn das 10:5. Und nach seinem ersten Fehlwurf von Linksaußen erzielte Neuerwerbung Kevin Schmidt in der 20. Minute sein erstes Tor für den VfL in der Schwalbe-Arena vom Siebenmeterpunkte. Der Ex-Hamburger war am Ende mit acht Treffern sogar erfolgreichster VfL-Werfer, wobei er seine bereits in Kiel gezeigte Nervenstärke vom Siebenmeterpunkt erneut unter Beweis stellte, denn er verwandelte alle vier Strafwürfe traumhaft sicher, davon einen mit einem gekonnten Heber.

Für Beifallstürme vor dem Pausenpfiff sorgte zudem noch Kreisläufer Evgeni Pevnov durch sein spektakulären Tempogegenstoß-Tor zum 14:7. So ging der VfL beim 19:11 mit einem 8-Tore-Polster in die Pause. Und – anders als im Dezember gegen Stuttgart – hielt die Kurtagic-Truppe nun die Konzentration hoch – und baute bis Mitte der zweiten Halbzeit den Vorsprung sogar auf 27:15 aus. Nun sorgte der eingewechselte Matthias Puhle mehrfach für Beifallstürme: Erst quittierten die VfL-Fans die Nachricht von seiner Vertragsverlängerung mit großem Beifall, dann zahlte „Matze“ mit einigen spektakulären Paraden, unter anderem ein Tempogegenstoß, das Vertrauen der VfL-Verantwortlichen mit einer fehlerfreien Leistung zurück.
Die letzte Viertelstunde ließen es die Gastgeber etwas ruhiger angehen, wobei im Angriff nun etwas die Konzentration nachließ, so dass sich Svetislav Verkic im Eisenacher Gehäuse noch einige Male auszeichnen konnte, den zweistelligen VfL-Erfolg konnte aber auch er nicht verhindern.

VfL Gummersbach: Lichtlein (1.-43./10 Paraden), Puhle (43.-60./6 Paraden); Schroeter (2), Ernst (3), Schindler (1), Kühn (7), Persson, Pevnov (3), Zufelde (1), Bult (2), Schmidt (8/4), von Gruchalla (1), Becker, Schröder (4).

ThSV Eisenach: Tore: Criciotoiu (4), Urban (4/3), Wöhler (2), Hansen (2), Koloper (2), Schliedermann (2), Valiulin (2), Ragnarsson (1), Mackovsek (1), Holzner (1/1).

Zuschauer: 4.132 (ausverkauft).

Schiedsrichter: Philipp Dinges/Daniel Kirsch.

Siebenmeter: 4:4 – 4:3.

Zeitstrafen: 6:6 (Schindler, Zufelde, Persson – Celica/2, Urban.

Beste Spieler: Kühn, Schmidt – Fehlanzeige.

Stimmen zum Spiel

Emir Kurtagic (VfL-Trainer): „Das Spiel ist genauso gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Heute hat bei uns einfach alles gepasst. Wir wussten, dass Eisenach nach der Heimniederlage gegen Lemgo etwas angeschlagen war, aber genau deshalb, waren das heute ein sehr gefährliches Spiel für uns. Aber wir haben die Aufgabe sehr gut gemeistert. Unsere Abwehr war sehr beweglich und hat den Eisenacher Angriff dadurch gar nicht ins Spiel kommen lassen. Ich denke, das war heute eine echte Werbung für den VfL und die Mannschaft und die richtige Antwort auf die Leistung von Kiel, mit der ich nicht ganz zufrieden war.“

Frank Flatten (VfL-Manager): „Ich bin sehr glücklich. Eine ausverkaufte Halle, wir haben uns unseren Fans sehr gut präsentiert. Besonders möchte ich Julius Kühn hervorheben, der nach dem EM-Gewinn ein großes Selbstvertrauen hat und heute überragend gespielt hat.“

Velimir Petkovic (Trainer ThSV Eisenach): „Wir konnten in Gummersbach zwar nicht unbedingt mit einem Erfolg rechnen, aber mit einer solchen Klatsche auch nicht. Aber wir hatten von Anfang an unsere Probleme mit der VfL-Abwehr und Carsten Lichtlein. So sind dem VfL viele einfache Tore gelungen, weil wir zu oft die falschen Entscheidungen getroffen haben. Ich bin sehr enttäuscht, denn heute haben wir uns nicht nur wie ein Abstiegskandidat sondern wie ein Zweitligist präsentiert.“

Karsten Wöhler (Manager ThSV Eisenach): „Ohne Zweifel, ein verdienter Sieg für den VfL. Wir wollten uns hier auf jeden Fall besser präsentieren, aber die Art und Weise unserer Niederlage war schon enttäuschend. Jetzt gilt es, die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten, denn wir wollen auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen.“

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