Wetzlar, Rittal-Arena, 12.11.16: HSG Wetzlar va. VfL Gummersbach  in der DKB Handball-Bundesliga

Dezimiertem VfL gingen die Kräfte aus

Der VfL Gummersbach unterlag vor 4.371 in der Rittal Arena Wetzlar trotz Pausenführung am Ende deutlich mit 19:26 gegen die heimische HSG.

HSG Wetzlar – VfL Gummersbach 26:19 (7:9).

Mit neun Feldspieler trat der VfL die recht kurze Reise nach Wetzlar an und am Ende reichte es nicht, um etwas Zählbares mit ins Oberbergische zu nehmen. „Wir haben vor allem in der Deckung eine überragende erste Hälfte gespielt“, so Trainer Emir Kurtagic, der auch der einen oder anderen Chance nachtrauerte, die eine höhere Pausenführung möglich gemacht hätte. Nach dem Wechsel kam Wetzlar, ausgestattet mit deutlich mehr personellen Möglichkeiten aufgrund der Nachverpflichtungen, besser ins Spiel und kauften dem VfL letztendlich auch den Schneid ab. Sie bewegten sich im Angriff besser und beim Gast ließen die Kräfte nach.

„In der Deckung waren wir zu oft einen Schritt zu spät, was ein deutliches Indiz für den Kräfteverschleiss ist“, so Kurtagic. Hinzu kamen Konzentrations- und Abschlussfehler in Angriff. „Wir lassen in der Phase, in der sich Wetzlar entscheidend absetzt, klarste Chancen liegen“, so Kurtagic weiter. Hinzu kam, dass HSG-Keeper Benjamin Buric über 60 Minuten ein starkes Spiel machte. „Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben aufopferungsvoll gekämpft, aber die Müdigkeit war deutlich erkennbar“, so Kurtagic, auf den in diesem Jahr personell noch schwere Wochen warten.

Dabei sah es trotz der personellen Probleme lange Zeit gar nicht so schlecht aus für die Gäste, vor allem in der ersten Halbzeit. Andreas Schröder brachte den VfL mit zwei Treffer 2:0 in Führung. Fortan blieb der Gast in der Vorhand. Simon Ernst traf zum 1:3 (9.), Kevin Schmidt zum 2:4 per Siebenmeter (11.) und Evgeni Pevnov zum 3:5 (13.). Der Zwei-Tore-Vorsprung hielt und die Angriffe wurden erfolgreich abgeschlossen. Nach einem Doppelpack von Simon Ernst zum 5:8 (26.) wuchs der Vorsprung sogar auf drei Treffer an. Nationalspieler Jannik Kohlbacher verkürzte dann aber noch einmal zum 7:9-Pausenstand. In der ersten Halbzeit zeigte der VfL eine überragende Abwehrleistung mit einem ebenfalls bärenstarken Keeper Carsten Lichtlein, was die nur sieben Gegentreffern verdeutlichen.

Nach dem Wechsel sollte Wetzlar den Rückstand aber schnell neutralisieren. Nach dem 7:10 durch Andreas Schröder gelang der HSG bereits in der 35. Spielminute der 10:10-Ausgleich durch einen 3:0-Lauf. Der Gast zeigte sich aber wenig geschockt und glich zweimal durch Evgeni Pevnov aus. Es blieb spannend bis zu den beiden Treffern von Simon Ernst zum 14:13 und zu 15:14. Fortan gelang dem Gast im Angriff wenig und auch die Deckungsleistung ließ nach. Knapp 13 Minuten blieb Gummersbach ohne Torerfolg, und Wetzlar zog durch einen 7:0-Lauf uneinholbar auf 22:14 (53.) davon. Damit war die Partie gelaufen.

Kapitän Christoph Schindler verkürzte zwar noch einmal mit einem Doppelpack auf sechs Tore, aber am Ende schaukelte Wetzlar den Erfolg locker nach Hause und legte sogar noch ein Tor drauf. Neben den Fehlversuchen aus dem Spiel heraus scheiterte der VfL auch am heutigen Abend zweimal vom Siebenmeterpunkt, und die Außenspieler blieben gänzlich ohne Feldtor. Lediglich Simon Ernst und Evgeni Pevnov zeigte heute Vollstrecker-Qualitäten. Zu wenig für einen Erfolg in Wetzlar, wobei die personelle Situation Emir Kurtagic zurzeit auch kaum Wechselmöglichkeiten einräumt.

Torschützen HSG: Valdan Lipovina (1), Kristian Björnsen (6/2), Filip Mirkulovski (3), Philipp Weber (5), Emil Berggren (2), Kasper Kvist (3), Anton Lindskog (1), Stefan Cavor (4), Jannik Kohlbacher (1).

Torschützen VfL: Simon Ernst (7/2), Christoph Schindler (2), Florian Baumgärtner (1), Evgeni Pevnov (5), Kevin Schmidt (1/1), Andreas Schröder (3).

Siebenmeter: 2/2 – 4/2 (Ernst und Schmidt scheitern an Buric).

Zeitstrafen: 6/8 (Weber, Lindskog, Klesniks – Pevnov, Becker zweimal, Schröter).

Schiedsrichter: Matthias Brauer / Kay Holm.

Zuschauer: 4.371.

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