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Befreiungsschlag verpasst: Derbypleite gegen BHC

Durch eine verdiente 21:26 (9:14)-Niederlage gegen den Bergischen HC in der ausverkauften SCHWALBE arena spitzt sich die sportliche Lage des VfL weiter zu.

VfL Gummersbach – Bergischer HC 21:26 (9:14).

Am Ende jubelten die Gäste mit ihrem Anhang, und die Akteure des VfL trotteten mit hängenden Köpfen durch die SCHWALBE arena. Jeder einzelne wusste, dass die heutige Leitung zu wenig war, auch wenn das Engagement zweifellos vorhanden war.

Hochmotiviert kamen die Gummersbacher nach den ersten 30 Minuten aus der Kabine, aber leider wurden gleich die ersten beiden Chancen ausgelassen. Der Gast machte es besser und ging durch zwei Treffer 16:9 in Führung (34.). VfL-Trainer Sead Hasanefendic nahm folgerichtig eine Auszeit und schwor seine Mannen noch einmal ein, aber so wirklich spannend sollte es nicht mehr werden. Dafür produzierte der VfL am heutigen Abend einfach zu viele Fehler, und auf der anderen Seite agierte der Gegner hochkonzentriert und gab sich keine Blöße.

Nach dem 13:18 durch Alexander Becker (42.) keimte bei fünf Toren Rückstand noch einmal etwas Hoffnung auf, aber der Gast schlug unmittelbar durch zwei Treffer des starken Fabian Gutbrod zurück und erhöhte auf 13:20 (46.). Näher als sechs Treffer sollte der VfL auch in der Folgezeit nicht mehr herankommen, und erst in den letzten Minuten der Partie konnte Gummersbach das Ergebnis durch eine aggressive 4:2-Deckung etwas freundlicher gestalten, was aber nichts am hochverdienten Derbysieg des BHC änderte.

Die ersten 30 Minuten stand ebenfalls nicht im Zeichen der Gastgeber, die gar nichts ins Spiel fanden und ihre Verunsicherung deutlich offenbarten. Nach einem schönen Treffer von Florian Baumgärtner aus zwölf Metern zum 1:1 (3.) war es vorbei mit der Blau-weißen Herrlichkeit. Gegen die offensive 3:3-Deckung des Gegners fanden die Gummersbacher wenig Mittel, und wenn sie mal frei zum Wurf kamen, scheiterten sie an BHC-Torhüter Björgvin Gustavsson. Auf der Gegenseite bekam Carsten Lichtlein nur einen Ball zu fassen. Ein 5:0-Lauf der Gäste zum 1:6 (12.) war die Folge.

Höchste Zeit für VfL-Trainer Sead Hasanefendic, seine erste Auszeit zu nehmen. Kurz zuvor hatte er bereits Matthias Puhle ins Spiel gebracht, der den VfL in den folgenden Minuten zurück in die Partie bringen sollte. Alexander Becker und Simon Ernst verkürzten schnell auf 3:6, und nach dem 3:7 (17.) war erneut der VfL am Zug. Gestützt auf die Paraden Puhles verkürzten Andreas Schröder (2) und Kevin Schmidt auf 6:7 (20.).

Wer nun dachte, der VfL hätte in die Spur gefunden, sah sich leider getäuscht. BHC-Trainer Sebastian Hinze nahm nun seine Auszeit, setzte im Angriff auf den siebten Feldspieler und nahm den Torhüter aus dem Spiel. Zwei Tore in Folge zum 6:9 waren die Folge dieser taktischen Maßnahme, und in den folgenden Minuten produzierte der VfL reihenweise haarsträubende Fehler, die den Gast wieder in die Vorhand brachten. War es in der Anfangsphase die Abschlussschwäche, so warfen die Gummersbacher nun reihenweise freistehend die Bälle weg. Nach dem 7:9 durch Kevin Schmidt (23.) zog der BHC durch einen 4:0-Lauf auf 7:13 (27.) davon. Zum Glück tankte sich Simon Ernst kurz vor der Pause noch einmal durch und traf zum 9:14.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. bis 11., ab 47. und bei 2 Siebenmetern, 5 Paraden), Matthias Puhle (11. bis 47., 8 Paraden); Tobias Schröter (3), Simon Ernst (2), Christoph Schindler (3), Maximilian Jaeger, Florian Baumgärtner (3), Kévynn Nyokas, Evgeni Pevnov (2), Kevin Schmidt (2/2), Florian von Gruchalla, Alexander Becker (4), Andreas Schröder (2), Robert Barten (n. e.), Marcel Timm (n. e.).

Bergischer HC: Björgvin Pall Gustavsson (12 Paraden), Christopher Rudeck (n. e.); Moritz Preuss (2), Nils Artmann, Arnor Gunnarsson (7/5), Kristian Nippes (2), Jan Artmann (4), Tomas Babak (3), Uros Vilovski (2), Ace Jonovski, Pouy Nourouzinezhad Gharehlou, Bogdan Criciotoiu, Christian Hoße, Maximilian-Leon Bettin, Fabian Gutbrod (6).

Siebenmeter:
3:2 – 6:5 (von Gruchalla scheitert an Gustavsson – Lichtlein hält gegen Gunnarsson).

Strafminuten: 6:6 (Nyokas, Pevnov, Becker – Preuss, Nippes, Gutbrod).

Schiedsrichter: Andreas Pritschow/ Marcus Pritschow.

Zuschauer: 4.132 (ausverkauft).

Spielfilm: 1:1 (3.), 1:6 (12.), 3:7 (17.), 6:7 (20.), 7:9 (23.), 7:13 (27.), 9:14 (Halbzeit) – 9:16 (34.), 13:18 (42.), 13:20 (46.), 15:21 (51.), 17:24 (55.), 19:25 (57.), 21:26 (Endstand).

Stimmen zum Spiel:

Sebastian Hinze (Trainer Bergischer HC): „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben aggressiv gedeckt und im Angriff geduldig auf unsere Chancen gewartet. Die offensive 3:3-Deckung hat sehr gut funktioniert, der Rückzug ebenfalls. Nach der 6:1-Führung hatten wir eine kleine Schwächephase, in der wir die zweite Welle des VfL nicht im Griff hatten. Meine Mannschaft hat aber schnell wieder in die Spur gefunden und auch das Spiel mit dem siebten Feldspieler, das wir seit Monaten nicht mehr gespielt haben, toll umgesetzt. Kompliment auch dafür. Nach dem Wechsel haben wir den Gegner immer auf Abstand gehalten und konnten so Stresssituationen vermeiden. Erst in der Schlussphase waren wir gegen die 4:2-Deckung des Gegners etwas nachlässig, aber das ändert nichts an unserem sehr, sehr guten Spiel und dem verdienten Sieg.“

Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gummersbach): „Wir müssen dem Gegner zum verdienten Sieg gratulieren. Meine Mannschaft war sicherlich motiviert, aber sie hat nicht gut gespielt und der Gegner war besser. Der Gegner hat sehr ruhig gespielt und den Vorsprung bis auf eine kurze Phase in der ersten Hälfte immer so verteidigt, dass wir nie wirklich rangekommen sind. Wir haben viel Fehler gemacht. Ich denke, das war eine Hektik in den Köpfen, die uns zu den individuellen Fehlern und den schwachen Abschlüssen geführt hat. Wir müssen jetzt die Köpfe oben behalten und in den letzten drei Spielen alles versuchen.“

Jörg Föste (Beirat Bergischer HC): „Wir sind unserem Ziel heute ein großes Stück nähergekommen. Wir haben beherzt in der Deckung agiert, und die Mannschaft war taktisch erstklassig eingestellt. Diese zupackende und laufbereite Deckung war sicher das Erfolgsrezept. Gummersbach hat nach dem Wechsel mehr als fünf Minuten gebraucht, um das erste Tor zu erzielen. Kompliment an die ganze Mannschaft für den großen Kampf und die tolle Leistung. Stellvertretend möchte ich hier lediglich Kristian Nippes hervorheben, der ein Sinnbild für unseren Kampf und unsere Leidenschaft ist.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Wir haben uns viel vorgenommen, haben aber leider unsere Ziele nicht erreichen können. Ich möchte mich bei den Zuschauern beider Lager für die tolle Stimmung bedanken. Die Bundesliga braucht solche Derbys und wir werden in den kommenden drei Spielen alles daransetzen, dass es das bergische Duell auch in der nächsten Saison geben wird.“

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