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"Nicht intelligent genug gespielt"

Der VfL enttäuschte beim heutigen 24:26 in Friesenheim über weite Strecken und möchte sich 2. Weihnachten gegen die Füchse Berlin wieder von einer anderen Seite zeigen.

Spielbericht

HSG Ludwigshafen-Friesenheim – VfL Gummersbach 26:24 (15:13).

„Wir haben heute leider nicht intelligent genug gespielt. Friesenheim hat gekämpft, als ginge es um Leben und Tod, und somit war der Sieg auch nicht unverdient“, berichtet der enttäuschte VfL-Trainer Emir Kurtagic. Tatsächlich zeigten sich seine Jungs heute nicht von ihrer besten Seite und vergaben die Chance, ihre tabellarische Ausgangsposition gegen den vermeintlichen Außenseiter weiter zu verbessern.

Raul Santos erzielte per Siebenmeter den ersten Treffer des Spiels und egalisierte mit seinem Tor zum 4:4 auch die zwischenzeitliche Führung der Gastgeber. Nach dem 6:6-Ausgleich, schossen Larsson, Schindler und Kühn den VfL auf drei Tore davon. Wirklich rund lief es aber dennoch nicht. Im Angriff fehlten gegen die kompakte und kampfstarke HSG-Deckung Ideen und Durchschlagskraft. Zu oft wurden die falschen Entscheidungen getroffen. Auf der anderen Seite stand auch die Deckung nicht so sattelfest. Friesenheim schloss schnell wieder auf (10:10) und traf den VfL mit zwei Toren in den letzten 30 Sekunden von Halbzeit eins mitten ins Mark.

„Wir haben uns einige Aussetzer erlaubt, und die beiden Tore taten noch einmal richtig weh“, so Kurtagic, und der Stachel saß auch nach dem Wechsel noch tief. Schnell zog Friesenheim auf 18:13, 21:15 und 23:18 davon. Der Gummersbacher Angriff fand jetzt kaum noch statt. Lediglich der nach der Pause überragende Carsten Lichtlein hielt den VfL im Spiel, der gegen Ende der Partie noch einmal auf zwei Tore herankam (23:21). Zu mehr reichte es allerdings nichts mehr. „Friesenheim hat sehr clever gespielt und sein Möglichkeiten optimal ausgenutzt. Meine Mannschaft kann allerdings viel mehr, und dieses Potenzial müssen wir so schnell wie möglich wieder abrufen“, erklärt Kurtagic zum Abschluss.

Torschützen VfL: Simon Ernst (3), Christoph Schindler (2), Julius Kühn (2), Joakim Larsson (1), Florian von Gruchalla (2), Alexander Becker (3), Andreas Schröder (1), Raul Santos (10/5).

 

Vorbericht

VfL Gummersbach – Füchse Berlin (26. Dezember, 17:15 Uhr).

Viel Zeit zum Durchatmen beziehungsweise zu einer akribischen Gegnervorbereitung bleibt beiden Teams nicht, denn bereits am 2. Weihnachtsfeiertag geht es weiter. In einer ausverkauften SCHWALBE arena möchte sich der VfL dann wieder von seiner besseren Seite zeigen. „Wir hatten eine starke Phase, und haben nun zweimal nicht so gut gespielt. Jetzt müssen wir den Schalter wieder umlegen“, so Emir Kurtagic, der sein Team auch in einer Bringschuld gegenüber den großartigen Gummersbacher Fans sieht.

Darüber hinaus müsse man den Blick in dieser unglaublich starken und ausgeglichenen Liga auch weiterhin nach unten richten. „Die Mannschaften, die unten stehen, kämpfen in jedem Spiel ums Überlegen. Da haben wir nicht den geringsten Grund, uns in Sicherheit zu wiegen“, so Kurtagic, der vor der stark besetzten Berliner Mannschaft warnt. Trotz der teilweise negativen Ergebnisse, sei Berlin immer noch eine zu Recht ambitionierte Mannschaft: „Wir werden uns deutlich steigern müssen, sowohl in der Deckung als auch im Angriff. Sonst werden wir auch gegen Berlin den Kürzeren ziehen.“

Zweifellos ist die Hinrunde für den amtierenden deutschen Pokalsieger Füchse Berlin nicht nach Wunsch verlaufen. Und der Rückrundenstart brachte für die Truppe des neuen Bundestrainers Dagur Sigurdsson die nächste Enttäuschung: Beim Bergischen HC unterlagen die Handballer aus der Hauptstadt mit 25:30 (13:19) und kassierten damit nach den Negativerlebnissen gegen die Rhein-Neckar-Löwen (20:30), SC Magdeburg (26:30) und bei der SG Flensburg-Handewitt (27:36) die vierte Niederlage in der Bundesliga in Folge. Damit rangieren die Füchse derzeit mit 18:20 nur auf dem 10. Tabellenplatz – und sind damit weit von ihrem selbst gesteckten Saisonziel (ein Platz zwischen 5 und 6) entfernt, wobei die Hauptstädter durch den heutigen Erfolg gegen Frisch Auf! Göppingen immerhin punktemäßig zum VfL aufschlossen.

Und so herrschte vor allem nach der schwachen Leistung am vergangenen Samstag beim Bergischen HC große Enttäuschung bei den Füchse-Verantwortlichen um Geschäftsführer Bob Hanning. Dabei hatte man an der Spree nach dem Einzug in das Pokalviertelfinale, das mit einem 27:23-Auswärtssieg beim heimstarken HC Erlangen erreicht wurde, schon aufgeatmet und hatte mit neuem Selbstvertrauen die Reise ins Bergische angetreten. Dass die Berliner in dieser Saison bisher noch nicht zu ihrer gewohnten Stärke gefunden haben, hat auch mit der teilweise angespannten personellen Situation zu tun. So macht sich das verletzungsbedingte Fehlen Denis Spoljaric, dessen Lücke von dem nachverpflichteten Kasper Nielsen nicht ganz geschlossen werden kann, im Defensivbereich sehr bemerkbar. Vor allem die beiden Torhüter Silvio Heinevetter/Petr Stochl, im Normalfall das beste Torhütergespann in der Bundesliga, vermissen den Abwehrchef sehr, wie ihre unbeständigen Leistungen zeigen.

Außerdem fiel Spielmacher Bartlomiej Jaszka, im Angriff der Dreh- und Angelpunkt der Füchse, monatelang aus. Inzwischen hat der Pole aber sein Comeback gefeiert, hat verständlicherweise aber noch nicht ganz wieder zu seiner gewohnten Form gefunden. Verzichten müssen die Berliner seit zwei Wochen auch auf den russischen Rückraumrechten Konstantin Igropulo, der sich einer Blinddarmoperation unterziehen musste. Dafür sind die beiden Flügelflitzer Mattias Zachrisson (Rechtsaußen) und Fredrik Peterson (Linksaußen) nach kurzen Verletzungspausen wieder mit von der Partie.

Dafür befindet sich der wurfgewaltige Tscheche Pavel Horak, der früher im Trikot von Frisch-Auf Göppingen unserer Abwehr schon oft große Kopfzerbrechen gemacht hat, wieder  auf dem Weg zu seiner alten Form, wie seine sechs Tore beim BHC beweisen. Überhaupt ist der Rückraum mit Horak, Jaszka, dem Spanier Iker Romero, Petar Nenadic und den beiden Jung-Nationalspielern Paul Drux und Fabian Wiede das Prunkstück des Berliner Angriffs. Am Kreis trägt der schwedische Hüne Jesper Nielsen nun die alleinige Verantwortung, da der Nachwuchsmann Jonas Thümmler vor einigen Wochen kurzfristig nach Erlangen wechselte.

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