Gummersbach, Schwalbe-Arena, 14.05.16: VfL Gummersbach vs. HBW Balingen im Spiel der 1. Handball Bundesliga Saison 2015/2016.

VfL macht es spannend und Kühn den Unterschied

Der VfL Gummersbach gewinnt vor 4.080 Besuchern in der SCHWALBE arena gegen Balingen-Weilstetten mit 26:24 (14:12) und bleibt in der Erfolgsspur - Julius Kühn Garant für den Erfolg.

VfL Gummersbach – HBW Balingen-Weilstetten 26:24 (14:12).

Auch am heutigen Abend hatten die über 4.000 Fans in der Gummersbacher SCHWALBE arena wieder allen Grund zur Freude, denn ihr VfL bot auch gegen Balingen eine gute Leistung und gewann hochverdient. Darüber hinaus war es einmal mehr spannend bis zum Schluss, nachdem es zwischenzeitlich nach einer eindeutigeren Sache für den VfL aussah.

Magnus Persson sorgte unmittelbar nach der Pause für das 15:12. Balingen ließ sich aber zunächst nicht abschütteln und kam durch Martin Strobel und Fabian Böhm schnell zum 15:14-Anschluss. Durch zwei Tore von Europameister Julius Kühn und eine starke Parade von Matthias Puhle waren es dann aber schnell wieder drei Tore Vorsprung (17:14.). Puhle zeichnete sich vor allem aus nächster Nähe aus und entschärfte gegen seine ehemaligen Kollegen gleich drei Würfe vom Kreis.

Nach dem 17:15 folgte eine weitere starke Phase des VfL, und nach einem 3:0-Lauf durch die Tore von Andreas Schröder, Florian von Gruchalla und Alexander Becker stand es 20:15 und die Halle Kopf. Die Vorentscheidung war dies allerdings noch nicht, denn Balingen kämpfte weiter und der VfL erlaubte sich im Gefühl des sicheren Sieges einige unnötige Fehler. Bis zum 23:19 durch Alexander Becker (44.) war noch alles entspannt, aber nach drei Toren in Folge durch Hausmann, Nyokas und Böhm zeigte die Hallentafel den Spielstand 23:22 an, und die 4.080 Besucher merkten, dass ihr VfL nun die volle Unterstützung benötigt.

Wohl dem, der so tolle Fans auf seiner Seite und einen Julius Kühn in seinen Reihen hat, denn der Europameister machte in dieser hektischen und entscheidenden Spielphase einmal mehr den Unterschied. Seine Tore zum 24:22 und 25:23 erstickten die Balinger Schlussoffensive. Hinzu kam, dass Matthias Puhle einen Gegenstoß von Nyokas vereitelte.

In den letzten zwei Minuten wurde es dann noch einmal hektischer. Evgeni Pevnov und Olivier Nyokas gerieten aneinander und mussten die Schlussminuten jeweils von draußen erleben. 100 Sekunden vor Schluss bekam Balingen dann noch einen Siebenmeter zugesprochen. Yves Kunkel, der die drei Strafwürfe zuvor sicher verwandelt hatte, scheiterte an der Latte und die Partie war entschieden. Mit dem 26:23 durch Florian von Gruchalla waren dann endgültig alle Messen gelesen. Keinen guten Abend hatte der ehemalige Gummersbacher Julian Krieg im Trikot der Gäste, dem kein einziger Treffer vergönnt blieb.

Trotz der personellen Ausfälle fanden die Gastgeber sehr gut in die Partie. Spielmacher Christoph Schindler holte beim ersten Angriff einen Siebenmeter heraus, den Florian von Gruchalla gewohnt sicher verwandelte. In der Folge lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe mit ganz leichten Vorteilen für den VfL. Das 4:3 durch Magnus Persson (9.) war bereits der zweite Treffer unserer Nummer 10. Es folgte eine doppelte Unterzahl gegen Gummersbach, die Carsten Lichtlein durch eine tolle Parade und eine starke Deckung insgesamt glimpflich ablaufen ließen. Dennoch kam Balingen zum Ausgleich, und bis zum 6:6 durch den starken Olivier Nyokas ging es rauf und runter. Zunächst schossen Julius Kühn und Christoph Schindler ihren VfL auf 8:6 in Front, aber das Duell VfL Gummersbach gegen Olivier Nyokas ging noch ein paar Minuten weiter.

Der nominelle Linksaußen war einfach überall und erzielte mit seinem fünften Treffer das 11:11 (27.). Gunnar Stein Jonsson antwortete allerdings unmittelbar mit dem 12:11. Nach dem 13:12 durch Magnus Persson, unterlief dann ausgerechnet Nyokas sein erster technischer Fehler, und Andreas Schröder konnte zum umjubelten 14:12 treffen. Den letzten Wurf der Gäste durch Europameister Martin Strobel vereitelte dann der ehemalige Balinger im Tor des VfL Matthias Puhle, der in der 27. Minute für Carsten Lichtlein in die Partie kam.

In der Pause ging dann die Feier weiter, denn die VfL-Mannschaft aus dem Jahre 1991, die den ersten gesamtdeutschen Meistertitel errangen, war komplett zugegen und wurde von den VfL-Fans gefeiert. Sicherlich hatte auch den ehemaligen VfL-Aktiven gefallen, was die junge Gummersbacher Truppe im Jahr 2016 auf dem Parkett bot.


Gummersbach:
Carsten Lichtlein (1. bis 27., bei einem Siebenmeter und 59. bis 60., 7 Paraden), Matthias Puhle (ab 27. und in der Schlussminute, 9 Paraden); Tobias Schröter, Christoph Schindler (1), Julius Kühn (9), Magnus Persson (4), Evgeni Pevnov (1), Christian Zufelde (1), Gunnar Stein Jonsson (2), Kevin Schmidt (1), Florian von Gruchalla (3/1), Alexander Becker (2), Andreas Schröder (2).

Balingen: Jonas Baumeister (34. bis 40., 1 Parade), Peter Johannesson (1. bis 34 und ab 40., 9 Paraden); Fabian Böhm (3), Olivier Nyokas (9), Gregor Thomann, Jannik Hausmann (1), Alexandros Vasilakis (1), Martin Strobel (3), Yves Kunkel (4/3), Julian Krieg, Markus Dangers (3), Davor Dominikovic, Fabien Wiederstein.

Siebenmeter: 1:1 – 4:3 (Kunkel trifft einmal die Latte).

Zeitstrafen: 10:8 (Schindler, Kühn, Schmidt, Pevnov zweimal – Böhm, Nyokas, Hausmann, Krieg, Dominikovic).

Schiedsrichter: Matthias Brauer/Kay Holm.

Zuschauer: 4.080.

Beste Spieler: Matthias Puhle, Julius Kühn – Olivier Nyokas.

Spielfilm: 4:4 (11.), 8:6 (17.), 11:11 (27.), 14:12 (Halbzeit) – 17:15 (36.), 20:15 (39.), 23:19 (44.), 23:22 (50.), 25:23 (57.), 26:24 (Endstand).

Stimmen zum Spiel:

Frank Bergemann (Trainer Balingen): „Wir haben eine grausame Trainingswoche hinter uns. Beide etatmäßigen Kreisläufer sind ausgefallen und haben unser Lazarett auf sechs Spieler erhöht. Dennoch konnten wir die Partie über weite Strecken offen gestalten, aber leider haben wir in entscheidenden Phasen zu viele Bälle verworfen. Gummersbacher verfügt über eine sehr starke zweite Welle, die wir nur bedingt in den Griff bekommen haben, Julius Kühn gar nicht. In der hektischen Schlussphase hat der VfL eine kühlen Kopf bewahrt und letztendlich auch verdient gewonnen.“

Emir Kurtagic (Trainer Gummersbach): „Das war sicher nicht unser bestes Spiel, obwohl es erneut eine starke kämpferische Leistung war. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht und es so versäumt, die Partie früher für uns zu entscheiden. Nachdem wir die Fünf-Tore-Führung recht leichtfertig aus der Hand gegeben haben, waren dann aber Abwehr und Halle wieder da und wir haben das Spiel nach Hause geschaukelt. Damit hat sich die Mannschaft eine überragende Saisonbilanz erarbeitet, die wir in den folgenden Spielen noch krönen möchten.“

Frank Flatten (Geschäftsführer Gummersbach): „Es war ein Arbeitssieg für uns, über den wir uns dennoch sehr freuen. Julius Kühn war sicherlich in der entscheidenden Phase unser Garant für den Erfolg. Wir werden weiter konzentriert arbeiten und hoffentlich auch die kommenden Aufgaben erfolgreich bestreiten.“

Galerie

Zur Übersicht Zum Archiv