Gummersbach, SCHWALBE-Arena, 03.09.16: VfL Gummersbach vs. HBW Balingen-Weilstetten in der DKB Hanball-Bundesliga

Starkes Nyokas-Debüt beim Auftaktsieg

Der VfL gewann am heutigen Abend vor 3.288 Besuchern in der SCHWALBE arena sein Bundesliga-Auftaktspiel gegen die HBW Balingen-Weilstetten hochverdient mit 26:19 (13:7).

VfL Gummersbach – HBW Balingen-Weilstetten 26:19 (13:7).

Der Start in die neue Bundesligasaison ist dem VfL Gummersbach geglückt. Durch eine gute Leistung setzte sich die zweitjüngste Mannschaft der Liga vor 3.288 Zuschauern in der SCHWALBE arena verdient mit 26:19 gegen Balingen durch. Nach dem deutlichen Pausenrückstand versuchten die Gäste nach dem Wechsel noch einmal alles und konnten sich auch steigern. Mit einem guten Torhüter Peter Johannesson im Rücken und einer Abwehrumstellung von der offensiven 5:1 auf die defensivere 6:0-Variante konnte der Rückstand in acht Minuten auf vier Tore (16:12) verkürzt werden. Ein Abspielfehler im HBW-Angriff brachte den VfL dann aber wieder in Ballbesitz, und Mark Bult erhöhte mit seinem Siebenmeter zum 17:12 wieder auf fünf Tore.

Dennoch ließ der Gast nicht locker und hielt die Partie bis zum 20:16 (46.) einigermaßen offen. In dieser Phase lief der Gummersbacher Neuzugang Kévyyn Nyokas aber bereits auf Betriebstemperatur und zeigte durch seine Dynamik, seine Technik und seine Wurfkraft, warum der VfL ihn unbedingt verpflichten wollte. Neben seinen acht Toren konnte er auch Kreisläufer Evgeni Pevnov zweimal stark in Szene setzen, so dass der VfL den Vorsprung noch einmal auf zwischenzeitlich acht Tore Differenz aufbauen konnte. Hinzu kam, dass sich Matthias Puhle, der für den keineswegs enttäuschenden Carsten Lichtlein ins Spiel kam, wie so oft von Minute zu Minute steigerte. In den letzten fünf Minuten kam dann auch noch Eigengewächs und U18-Nationalspieler Marcel Timm zu einem gefeierten Einsatz.

Bei den Namen Nyokas und Balingen wurden in der SCHWALBE arena sicherlich auch einige Erinnerungen unter den Zuschauern wach. In der letzten Saison spielte Kévyyns Zwillingsbruder Olivier Nyokas noch für Balingen-Weilstetten und hielt seine Mannschaft seinerzeit durch seine Tore fast alleine im Spiel. Die VfL-Deckung bekam ihn in der Vorsaison kaum in den Griff, und ähnlich müssen sich die Gäste aus Balingen am heutigen Abend gefühlt, denn der Gummersbacher Neuzugang Kévyyn steigerte sich zusehends zu einer richtig starken Leistung, die Appetit auf mehr macht.

In der Anfangsphase der Partie merkte man noch, dass es sich um den ersten Spieltag handelt. Entsprechend zäh verliefen die ersten Minuten in einem Spiel, dem es vor allem an Tempo fehlte. Dennoch gehörte der Spielbeginn dem VfL, der durch Andreas Schröder und Kévyyn Nyokas in Führung ging. Bei den Gästen merkte man deutlich, dass im Rückraum neben dem Ex-Gummersbacher Julian Krieg und den vielen anderen Verletzten auch Ex-Nationalspieler Pascal Hens an allen Ecken und Enden fehlte. Dennoch kamen sie zum 2:2, und in dieser Phase waren bereits mehr als elf Minuten gespielt.

Nach einem weiteren Tor von Andreas Schröder, konnte sich der VfL allerdings etwas Luft verschaffen. Nach einem verworfenen Siebenmeter der Gäste, erhöhte Nyokas auf 4:2 und Kapitän Christoph Schindler legte nach. Nach dem 5:3 durch Nationalspieler Martin Strobel, kam dann auch der Gummersbacher Spielmacher und Europameister Simon Ernst erstmals zum Einsatz, und das sollte sich prompt bemerkbar machen. Zunächst markierte Ernst das 6:3 (17.) selbst und setzte in den anschließenden Minuten Kreisläufer Alexander Becker (zweimal) und Kevin Schmidt (einmal) gekonnt in Szene. Mit einem weiteren Treffer von Schmidt vom Siebenmeterpunkt wuchs die Führung beim 9:4 (24.) erstmals auf fünf Tore an.

Balingen wirkte nun beeindruckt und auch die VfL-Deckung ließ kaum noch etwas zu. Julius Kühn schoss zunächst das 10:5 und fing Sekunden später einen Balinger Angriff ab, den er selbst zum 11:5 versenkte. Andreas Schröder und Simon Ernst legten nach zum 13:5 (28.), was schon nach einer Vorentscheidung der Partie aussah. Die letzten beiden Tore in Halbzeit eins gehörten aber den Gästen, und durch eine Siebenmeterparade nach dem Halbzeitpfiff nährte Torhüter Peter Johannesson zumindest die Hoffnungen der Balinger.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. bis 40., 6 Paraden), Matthias Puhle (ab 40., 8 Paraden, darunter ein Siebenmeter), Tobias Schröter (n. e.), Simon Ernst (2), Christoph Schindler (2), Julius Kühn (3), Kévyyn Nyokas (8), Evgeni Pevnov (3), Mark Bult (2/2), Kevin Schmidt (2/1), Florian von Gruchalla, Alexander Becker (1), Andreas Schröder (3), Maximilian Jaeger (n. e.), Sebastian Schöneseiffen (n. e.), Marcel Timm.

HBW Balingen-Weilstetten: Tomas Mrkva (1. bis 25., 3 Paraden, darunter ein Siebenmeter), Peter Johannesson (ab 25., 8 Paraden, darunter ein Siebenmeter); Christoph Foth (2), Matthias Flohr (2), Jannik Hausmann, Lars Friedrich (3), Tim Nothdurft, Thorben Kirsch, Martin Strobel (3), Yves Kunkel (7/3), Markus Stegefelt (2), Davor Dominikovic.

Siebenmeter: 6:3 – 6:3 (von Gruchalla scheitert an Mrkva, Schmidt und Bult scheitern an Johannesson – Hausmann wirft über das Tor, Kunkel trifft die Latte und scheitert einmal an Puhle).

Zeitstrafen:
4:8 (Ernst, Schindler – Flohr, Hausmann, Kirsch, Dominikovic).

Schiedsrichter: Sebastian Grobe/ Adrian Kinzel.

Zuschauer: 3.288.

Stimmen zum Spiel:

Rúnar Sigtryggsson (Trainer Balingen): „Es war klar, dass es heute schwer wird. Wir haben sieben Spieler daheim, und kurzfristig fiel auch noch Pascal Hens aus. Wir hätten auf allen Positionen optimal spielen müssen, um hier etwas zu erreichen, und das war nicht der Fall. Nach dem Wechsel haben wir noch einmal ein bisschen zurückgeschlagen, aber das hat nichts am verdienten Sieg des VfL geändert.“

Wolfgang Strobel (Geschäftsführer Balingen): „Wir wussten, was auf uns zukommt. Anfangs haben wir gehofft, dass wir zumindest noch mit der Mannschaft vom letzten Wochenende spielen können, aber dann brach auch noch Pascal weg. Die heutige Mannschaft stand so noch nie auf dem Feld. Vielleicht wäre es noch mal interessant geworden, wenn wir uns beim Stande von 12:16 nicht den Ball an den Fuß geworfen hätten. Sei´s drum. Der VfL hat verdient gewonnen, und wir müssen unsere Punkte woanders holen.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL): „Es war ein schwieriges Spiel für uns, zumal angeschlagene Gegner immer gefährlich sind. Meine Mannschaft hat das aber super gemacht. Wir haben 60 Minuten sehr gut in der Abwehr gestanden, hatten zwei gute Torhüter und auch im Angriff haben wir immer Lösungen gefunden. Die erste Hälfte war schon gut. Nach dem Wechsel haben sich die Fehler etwas summiert, aber es war dennoch eine überzeugende Vorstellung. Und natürlich freue ich mich auch mit Kévyyn über sein sehr vielversprechendes Debüt. Das war heute eine Prüfung, und meine Mannschaft hat sie bestanden.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL): „Glückwunsch an Emir und seine Jungs. Neben den 3.288 Besuchern in der SCHWALBE arena am heutigen Abend hatten wir auch noch zahlreiche Zuschauer vor unserem neuen Livestream, der toll funktioniert hat und uns helfen wird, die Reichweite des VfL und das Interesse an der Marke weiter zu steigern.“

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