VfL Gummersbach - TBV Lemgo

VfL erwartet heißen Tanz in Lemgo

Nach den Unentschieden gegen die beiden Aufsteiger Leipzig und Stuttgart, möchte Emir Kurtagic mit seinen Jungs in Lemgo wieder einen Sieg einfahren.

TBV Lemgo – VfL Gummersbach (Samstag, 19 Uhr, Lipperlandhalle Lemgo).

Nach den unbefriedigenden Ergebnissen gegen die beiden Aufsteiger SC DHfK Leipzig (23:23 zu Hause) und beim TVB Stuttgart (37:37) steht für die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic am kommenden Samstag (19 Uhr) in der Lemgoer Lipperlandhalle ein weiteres Auswärtsspiel auf dem Programm. Gegner ist der von Florian Kehrmann trainierte TBV Lemgo. Der Rechtsaußen der Weltmeistermannschaft von 2007 sitzt in der zweiten Saison bei den Ostwestfalen auf dem Cheftrainersessel, nachdem er in der vergangenen Saison den glücklosen Niels Pfannenschmidt abgelöst und den zweifachen Deutschen Meister nach dem schwachen Saisonstart vor dem drohenden Abstieg in die Zweitklassigkeit bewahrt hatte.

In dieser Saison wollen es die Lemgoer erst gar nicht wieder in den Abstiegskampf verwickelt werden. Nach acht Spieltagen rangieren sie auf dem 13. Tabellenplatz. Mit lediglich 5:11-Punkten ist der Druck allerdings schon spürbar, was die Aufgabe für Christoph Schindler & Co. mit Sicherheit nicht leichter macht. Gerade in der heimischen Lipperlandhalle, in der der TBV auch die bisherigen fünf Punkte holte (30:28 gegen Balingen, 29:26 gegen Stuttgart und 23:23 gegen Wetzlar), wollen die Handballer aus der ostwestfälischen Hansestadt die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen.

Das weiß auch VfL-Coach Emir Kurtagic: „Lemgo lebt von seiner Heimstärke, und wir müssen uns wieder auf unsere Stärken besinnen.“ Ideal wäre natürlich eine Defensivleistung wie gegen Leipzig und die Angriffseffizienz aus Stuttgart. „Das waren schon extreme Gegensätze. Natürlich haben wir uns aus diesen beiden Spielen auch mehr ausgerechnet, aber das sind auch Entwicklungsprozesse“, so Kurtagic weiter, der bereits vorher vor diesen zwei extrem schweren Auswärtsspielen gewarnt hat. Darüber hinaus beweist die Liga ja Woche für Woche, dass es fast keine klaren Favoriten und Außenseiter mehr gibt.

„Man kann sich in keinem Spiel sicher sein, man ist aber auch gleichzeitig in keiner Partie chancenlos“, so Kurtagic weiter, der beim TBV wieder auf eine stabile Deckung und eine gute Torhüterleistung setzt: „Das ist immer die Basis und gibt dem Spiel Sicherheit.“ Mit dem Angriff konnte er in Stuttgart ja durchaus zufrieden. 37 Tore, davon 25 aus dem Positionsangriff, sind ja eine durchaus beeindruckende Quote. „Wir fahren ganz klar nach Lemgo, um dort etwas mitzunehmen“, so Kurtagic. Während Christian Zufelde länger pausieren muss (siehe Extra-Bericht) ist Gunnar Stein Jonsson wieder voll im Training. Tobias Schröter hat heute im Training einen Schlag auf die rechte Schulter bekommen. „Wir hoffen aber, dass es nichts Schlimmeres ist“, so Co-Trainer Jörg Lützelberger.

Vor der HBL-Jubiläumssaison drehte sich derweil beim TBV Lemgo das Personalkarussell in eine selten erlebten Geschwindigkeit: Insgesamt zogen neun Akteure das TBV-Lemgo aus: Neben den beiden Torhütern Thomas Bauer und Dan Beutler noch die Feldspieler Jens Bechtloff, Benjamin Herth, Finn Lemke, Kasper Nielsen, Hendrik Pekeler, Timm Schneider und Tim Suton. Dagegen stand Florian Kehrmann vor der nicht einfachen Aufgabe, gleich acht Neuerwerbungen in sein Team zu integrieren. Die da wären: Erwin Feuchtmann Perez (BesiktasMogas HAT/Türkei, Andrej Kogut (TSG Friesenheim), Jonas Maier (Kadetten Schaffhausen), Anton Mansson/Kadetten Schaffhausen), Arne Niemeyer (TSV GWD Minden), Gustav Rydergard (Dinamo Bukarest), Tom Skroblien (Füchse Berlin) und Jonathan Stenbäcken (FKKristianstad/Schweden).

Genau wie VfL-Trainer Emir Kurtagic war auch sein Antipode Florian Kehrmann mit dem letzten Auftreten seiner Schützlinge nicht zufrieden. Schließlich waren die Lemgoer bei ihrer 27:37 (11:16)-Niederlage beim frischgebackenen Vereins-Weltmeister Füchse Berlin ohne echte Siegchance. Kehrmann: „Wir haben nicht bis zum Letzten gekämpft.“ Dagegen wird der VfL am Samstag mit Sicherheit auf einen Gegner treffen, der vor eigenem Publikum hoch motiviert ist und bis zum Umfallen kämpfen wird. Verzichten muss Kehrmann auf den Abwehrspezialisten Gustav Rydergard, der mit einer Kapselverletzung in der linken Schulter voraussichtlich einige Monate pausieren muss. In Berlin machte derweil der Chilene mit deutschen Wurzeln Erwin Feuchtmann Perez, den Kehrmann während einer Sky-Fernsehübertragung des Flensburger Champions-League-Spiels in der Türkei entdeckt hatte, mit sieben Toren von der Mittelposition auf sich aufmerksam. Außerdem verdienten sich noch Rechtsaußen Tim Horke, mit 38 Toren (davon 17 Siebenmeter) bisher der erfolgreichste TBV-Torjäger, und der schwedische Internationale Jonathan Stenbäcken, der schon beim MT Melsungen Bundesligaluft schnupperte, die besten Noten beim kommenden VfL-Gegner.

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