Historie

Leidenschaft vereint. Tradition vereint. Als Deutscher Meister des Jahres 1966 war der VfL Gummersbach unter seinem Erfolgstrainer Dr. Horst Dreischang Gründungsmitglied der Handball-Bundesliga – und spielt seither, als einziger deutscher Klub, immer in der deutschen Eliteklasse. Damit begann für die Blau-Weißen eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Hier ein Rückblick:

1967 verteidigte der VfL am 25. März seinen Meistertitel im Finale gegen den TV Hochdorf (23:7). Knapp fünf Wochen später krönten Hansi Schmidt, Klaus Brand & Co. in Dortmund ihren Lauf im Europapokal der Landesmeister. Nach dem spektakulären 17:13-Sieg gegen Dukla Prag, das identisch war mit der Weltmeistermannschaft, stellte der VfL erstmals die beste Vereinsmannschaft der Welt!

Saison 1966_67 Trud Abwehrmauer, privat

1969 revanchierte sich der VfL im Finale um die Deutsche Meisterschaft (21:13) für die Vorjahresniederlage gegen die SG Leutershausen.

1970 herrschte der VfL nach einem 14:11-Erfolg im innerdeutschen Endspiel gegen den SC Dynamo Ostberlin erneut über Europa.

1971 verteidigte der VfL mit einem dramatischen 17:16-Triumph gegen Steaua Bukarest den Europapokal der Landesmeister vor 13.000 Fans in Dortmund.

1974 gab es eines der turbulentesten EC-Endspiele. Die Oberberger fanden mit Jungstar Jo Deckarm zu alter Leistung zurück. Nach klaren Erfolgen gegen ZSKA Moskau und CH Bratislava wehrte sich MAI Moskau energisch, es war ein hartes Finale. Dennoch gewann der VfL noch mit ungeahnten Kräften 19:17 nach Verlängerung. Zudem verteidigte der VfL auch die Deutsche Meisterschaft von 1973 und holte diesen Titel auch in 1975 und 1976.

1977 gewann der VfL im Finale gegen den TV Hüttenberg (16:14) erstmals den DHB-Pokal.

1978 erfasste ein Sturm der Begeisterung den deutschen Handball. In der DHB-Auswahl, die am 5. Februar 1978 gegen die Sowjetunion den WM-Titel holte, waren mit Joachim Deckarm, Heiner Brand, Erhard Wunderlich und Claus Fey vier VfL-Helden. Drei Monate später siegte der VfL im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger gegen Nis (15:13) und sicherte im Juni gegen Hüttenberg (14:11) erneut den deutschen Pokal.

1979 schockte der Unfall von Joachim Deckarm in Tatabanya die Handballwelt. Dennoch verteidigte der VfL den Europapokal der Pokalsieger im Finale gegen den SC Magdeburg (15:11).

1982 siegte der VfL nicht nur im Finale des neugeschaffenen IHF-Pokals (heute: EHF-Pokal)  gegen Sarajevo. Mit dem 25:19-Erfolg in Großwallstadt feiert der Verein auch seine achte Meisterschaft. Der Pokalsieg gegen Großwallstadt macht das erste „Triple“ der Klubgeschichte perfekt.

1983 wurde das erfolgreichste Jahr in der Klubgeschichte. Die Blau-Weißen gewannen alles, was es zu gewinnen gab. Deutsche Meisterschaft und DHB-Pokalsieger. Weder Arhus, Prag, noch Barcelona konnten die Oberberger auf dem Weg zum Endspiel der Landesmeister aufhalten. Der VfL schlug die Moskauer im ersten Finale mit 19:15. In Dortmund verlor man zwar mit 13:14, aber der Pokal war gewonnen. Auch im Kampf um den Goldpokal gegen SKA Minsk blieb der VfL mit 17:16 obenauf. Mit dem Wechsel von Wunderlich nach Barcelona gab es dann die Zäsur.

1985 feierte der VfL Gummersbach unter Trainer Klaus Brand das unerwartete „Double“: die Deutsche Meisterschaft (Nr. 10) und den DHB-Pokal (Nr. 5) gegen Großwallstadt.

1988 holte der VfL die elfte und bis dahin wohl sensationellste Deutsche Meisterschaft. Denn der VfL war unter Trainer Heiner Brand als krasser Außenseiter in die Saison gestartet. Favoriten waren Titelverteidiger TuSEM Essen, der THW Kiel und der TV Großwallstadt. Doch der VfL startete mit acht Siegen in Serie. Und am Ende holte der VfL am dramatischen letzten Spieltag in Dortmund (18:18) den entscheidenden Zähler zum Titel.

1991 feierte der VfL, angeführt vom großartigen „Hexer“ Andreas Thiel, als Außenseiter seine insgesamt zwölfte Deutschen Meisterschaft. Dabei stürmten die Blau-Weißen in den Play-Offs zunächst im westdeutschen Finale die Festung Ostseehalle. Und dann bezwang das Team in zwei dramatischen Endspielen auch den SC Magdeburg und war damit erster Gesamtdeutscher Meister. Der Mauerfall 1989 und die folgende Wiedervereinigung veränderte auch die Handball-Landschaft stark. Nach den Abgängen von Trainer Heiner Brand und Torhüter Thiel stürzte der VfL sportlich ab.

1996 verpflichteten die Blau-Weißen mit dem Südkoreaner Kyung-Shin Yoon einen Weltstar, der sich schnell zum Publikumsliebling entwickelte.

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2000 wendeten die Oberbergischen in letzter Minute die Insolvenz und den Zwangsabstieg ab. Entscheidende Figur: der Unternehmer Jochen Kienbaum, dessen Bürgschaft den VfL rettete.

2001 verkündete der VfL beim Heimspiel am 30. November gegen den THW Kiel einen Zuschauerrekord (19500 Fans) für die Bundesliga.

2004 erreichte der VfL als Tabellensechster nach 13 Jahren Abstinenz wieder einen europäischen Wettbewerb.

2006 qualifizierte sich der VfL als Tabellendritter für die Champions League und erreichte unter Trainer Alfred Gislason hier das Viertelfinale. Ein Jahr später bestätigte das Team den Platz unter den besten acht Teams in Europa.

2009 holt VfL nach 26 Jahren endlich wieder einen europäischen Titel! Der EHF-Pokal des 2009 geht nach dem 26:22-Sieg im Finalrückspiel gegen Velenje ins Oberbergische. Im gleichen Jahr erreicht das Team um Viktor Szilagyi und Momir Ilic auch das Finale im DHB-Pokal, scheitert aber mit 24:30 am THW Kiel.

2010 schaffen die Blau-Weißen nach einer sensationellen Saisonleistung den zweiten europäischen Titel in Folge. Die 33:37-Rückspielniederlage in Granollers reicht zum Triumph im Europapokal der Pokalsieger.

2011 war Rückspiel im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Tremblay-en-France in der Lanxess Arena schon fast verloren – da drehte der VfL unter Erfolgstrainer Sead Hasanefendic noch das Spiel und gewann den dritten europäischen Titel in Folge.

2013 fanden die Blau-Weißen mit der Einweihung der schmucken SCHWALBE arena am 24. August endlich eine neue Heimat.

Arena Nacht

2016 stellte der VfL mit Torhüter (und Kapitän) Carsten Lichtlein, Simon Ernst und Julius Kühn drei Profis im Team des Europameisters. Kühn gewann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro dann auch noch die Bronzemedaille.

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