VfL Gummersbach - Rhein-Neckar Löwen

Rhein-Neckar-Löwen – VfL Gummersbach

Samstag, 15:45 Uhr - SAP Arena Mannheim
Bei der Paarung Rhein-Neckar-Löwen gegen den VfL Gummersbach werden automatisch Erinnerungen an das denkwürdige Finale der letzten Saison wach. Damals verließen die Löwen zwar als 40:35-Sieger das Parkett der SCHWALBE arena, aber Uwe Gensheimer & Co. standen aus Enttäuschung über den verpassten deutschen Meistertitel die Tränen in den Augen. In dem dramatischsten Bundesliga-Finale war dieser Fünf-Tore-Sieg der Mannheimer gegen einen aufopfernd kämpfenden VfL Gummersbach am Ende wertlos, da gleichzeitig der THW Kiel die Füchse Berlin in der Kieler Sparkassen arena mit 37:23 überrannten und sich mit zwei Toren Vorsprung erneut den Titel sicherten.

Auch das Bundesliga-Hinspiel in dieser Saison verlief recht kurios. Am Ende hatten die Schützlinge des neuen dänischen Trainers Nikolaj Jacobsen zwar mit 32:27 einen standesgemäßen Sieg errungen, aber vor allem in der ersten Halbzeit hatte der VfL ganz groß aufgetrumpft, führte zwischenzeitlich sogar mit 16:11, um kurz vor der Pause aber einige dumme Gegentore zu kassieren, so dass unsere Handballer nur mit einem hauchdünnen 16:15-Vorsprung in die Kabine gingen. „Da haben wir vor der Pause zwei, drei dumme technische Fehler gemacht und die Mannheimer so noch vor der Pause in die Partie zurückgebracht“, erinnert sich VfL-Trainer Emir Kurtagic, der natürlich ganz genau weiß, dass diese Spitzenmannschaft über die komplette Spieldistanz nur äußerst schwer zu bezwingen ist.

Auf der anderen Seite zeigen auch Mannschaften wie Kiel oder die Rhein-Neckar Löwen an manchen Tagen durchaus „menschliche Züge.“ Es gibt also auch keinen Grund, die Punkte kampflos abzuliefern. „Natürlich wollen wir uns gut präsentieren, aber wir brauchen auch eine Topleistung, sowohl in Angriff als auch in der Deckung“, so Kurtagic. Etwas Sorgen bereitet dem Coach die zunehmende Anzahl technischer Angriffsfehler in den letzten Spielen: „Das wäre am Samstag tödlich.“ Zu den Stärken des Gegners muss er seinen Jungs nicht viel erzählen. Eine Weltklassemannschaft, die sich völlig verdient in der nationalen Spitze etabliert hat und dem THW Kiel erneut das Leben schwer macht. „Auf der anderen Seite sind wir klarer Außenseiter und haben nichts zu verlieren. Vielleicht ist das unsere Chance“, so Kurtagic abschließend.

Die Rhein-Neckar-Löwen, die am Mittwoch noch die Nachholpartie beim abstiegsgefährdeten TBV Lemgo deutlich mit 39:28 für sich entscheiden, liefern sich auch in dieser Saison in der Bundesliga wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem punktgleichen THW Kiel. Und im Pokal waren die „Löwen“ zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale die Endstation für die Kieler „Zebras“. Dies zeigt schon, vor welch schwerer Aufgabe die Schützlinge von Emir Kurtagic, die weiter auf den verletzten Kapitän Christoph Schindler verzichten müssen, in der Mannheimer SAP-Arena stehen. Da muss über die haushohe Favoritenrolle nicht lange diskutiert werden. Daran ändert auch das Aus in der Champions League der „Löwen“ gegen den ungarischen Vertreter Pick Szeged (30:35, 29:31) nichts.

Angefangen von dem dänischen Weltklassetorhüter Niklas Landin, der in der kommenden Saison das Gehäuse des THW Kiel hüten wird, über die Flügelzange der deutschen Nationalmannschaft, Kapitän Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki, Kreisläufer Bjarte Myrhol bis zu den Rückraumkrachern Andy Schmid, Alexander Petersson, Kim Ekdahl du Rietz, Mads Mensah Larsen, Stefan Kneer und Harald Rinkind ist der deutsche Vizemeister auf allen Positionen gleich doppelt mit Klasseleuten besetzt. Da auch der schmerzlich vermisste Abwehrchef Gedeon Guardiola nach seiner Verletzungspause wieder mit von der Partie ist, kann Trainer Jacobsen personell aus dem Vollen schöpfen.

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