Nur Sekunden fehlten zur Sensation

Zehn Sekunden vor dem Ende zerstört ein verwandelter Siebenmeter alle Träume einer VfL-Sensation beim THW Kiel. Nach einer tollen Mannschaftsleistung verliert der VfL Gummersbach obwohl sie in Kiel über 51 Minuten teilweise deutlich geführt haben.

Mittwoch, 11. September 2013, 20:15 Uhr

THW Kiel – VfL Gummersbach 31:30 (14:20)

Sparkassen-Arena, Kiel: 10250 Zuschauer; Schiedsrichter: Sebastian Grobe (Braunschweig), Adrian Kinzel (Bochum)

Vier Tage nach der enttäuschenden Derby-Niederlage gegen den Bergischen HC musste der VfL Gummersbach ausgerechnet beim Deutschen Meister Wiedergutmachung leisten. Der ungeschlagene Tabellenführer hatte zwar zum Saisonbeginn einen personellen Umbruch vollzogen, dennoch zeigte das Team von Alfred Gislasson mit dem 32:26 Sieg beim HSV Hamburg erneut, dass die Entscheidung über die Meisterschaft nur über den THW gehen wird.

Der VfL Gummersbach zeigte sich davon aber von Beginn an unbeeindruckt. Als Mark Bult den VfL in der 10. Minute sogar schon mit 8:4 in Führung bringen konnte, zeigte sich eine erste Tendenz. Auch wenn der THW in der Phase dran blieb, war es in der ersten Halbzeit nur der VfL, der für Akzente sorgen konnte. Gummersbach überraschte den THW auf ganzer Linie. Mit einem starken Carsten Lichtlein im Tor und den gewohnt blitzschnellen Außen ging der VfL Gummersbach in der 27. Minute sogar mit 17:12 in Führung. Raul Santos und der mit sieben Toren in den ersten 30 Minuten überragende Florian von Gruchalla hatten zwei Tempogegenstöße erfolgreich kurz nacheinander verwandelt. Der VfL führte dann zur Halbzeit sogar mit 20:14. Eine Sensation lag zu diesem Zeitpunkt in der Kieler Ostseeluft.

Erst recht als der VfL auch nach Wiederbeginn hochkonzentriert blieb und den sensationellen Vorsprung konstant halten konnte. Doch der THW Kiel wäre nicht eine Spitzenmannschaft mit großer Qualität in den eigenen Reihen, wenn er nicht auch in solchen Phasen eine passende Antwort parat hätte. Führte der VfL noch in der 41. Minute mit 25:19, kam der Deutsche Meister plötzlich mit vier schnellen Toren auf 23:25 wieder heran – 46. Spielminute.

Doch Gummersbach schlug zurück – Barna Putics erhöhte die VfL-Führung drei Minuten später wieder auf drei Tore. Als Mark Bult fünf Minuten vor dem Ende diese Führung erneut bestätigte, deutete alles auf eine Sensation in Kiel hin.

Doch der THW hat einen Weltklassespieler namens Filip Jicha in den eigenen Reihen. Mit drei Toren in Folge glich er im Alleingang für den Favoriten plötzlich wieder aus. Der erste Ausgleich nachdem der VfL 51 Minuten geführt hatte. Doch es sollte noch bitterer kommen. Zwar brachte Michal Kopco den VfL noch einmal in Führung, doch der THW schlug zurück, glich durch Gudjon Valur Sigurdsson aus und Marko Vujin verwandelte wenige Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zum 31:30-Sieg für den THW.

Ein unglaublich bitteres Ende für die tapfer kämpfenden Gummersbacher. Der VfL hätte nach diesem Spiel in Kiel mindestens einen Punkt verdient gehabt, doch wie in Lemgo muss die Mannschaft von Emir Kurtagic mit leeren Händen nach Hause fahren. Am Sonntag kommt der TuS N-Lübbecke in die SCHWALBE arena, der TuS hat sein Heimspiel am Abend mit 26:30 gegen Balingen verloren.

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Es tut mir unglaublich leid für die Jungs. Die ganze Mannschaft hat es nicht verdient nach dieser tollen Leistung beim Deutschen Meister mit leeren Händen nach Hause zu fahren. So hart ist der Sport manchmal. Dieses Team hat es aber jetzt verdient, dass alle Oberberger sie am Sonntag gegen Lübbecke zum Sieg brüllen.“

Statistik:

Tore VfL Gummersbach: von Gruchalla (9), Bult (6/2), Santos (4), Putics (4), F. Larsson (3), Kopco (2), Schröter (1), J. Larsson (1)

Zeitstrafen: 0:6 Minuten

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