VfL GM - SC Magdeburg

Kurtagic hofft auf "Heimspiel" in Köln

Nach der starken Leistung gegen den SC Magdeburg, möchte der VfL diese Leistung beim bergischen Derby in der Kölner LANXESS arena am Sonntag (15 Uhr) bestätigen.

Bergischer HC – VfL Gummersbach (Sonntag, 15 Uhr, LANXESS Arena)

„Wir müssen wieder hochkonzentriert sein und dürfen uns nicht von dem Erfolg gegen Magdeburg blenden lassen“, fordert VfL-Trainer Emir Kurtagic, der in Köln ein Kampfspiel mit großen Emotionen erwartet. Der BHC sei ein starker Gegner, der sich stabilisiert und etabliert hat. Respekt ist also vorhanden. „Gegen die Rhein-Neckar Löwen haben sie überragend gespielt. Wir sind gewarnt“, so Kurtagic, der erneut auf eine gute Deckungs- und Angriffsleistung hofft. Hinzu kommt, dass Carsten Lichtlein durch die überragende Leistung gegen Magdeburg weiter Aufwind bekommen wird.

Ein weiteres Plus gegen den SCM war die unglaubliche Unterstützung der Fans, die Kurtagic auch gerne in der Domstadt genießen würde: „Das ist schon ein besonderes Spiel. Ein Derby. Ich hoffe, dass möglichst viele Oberberger kommen und uns unterstützen.“ Die Begeisterung im Umfeld ist spürbar und auch der Wille der Fans, den VfL auf seinem Weg zu begleiten. „Das Spiel gegen Magdeburg war keineswegs fehlerfrei, aber der Einsatz war da. Die Mannschaft entwickelt sich kontinuierlich und ich freue mich, dass die Besucher dies anerkennen“, so Kurtagic abschließend, der auch am Sonntag auf seine Bestbesetzung zurückgreifen kann.  

Das bergische Derby zwischen dem VfL Gummersbach und dem Bergisches HC war in der Vergangenheit immer von einer gewissen Brisanz geprägt – und oft auch von überraschenden Ergebnissen. So auch in der vergangenen Saison, als der BHC als Aufsteiger völlig überraschend beide Punkte aus der neuen SCHWALBE arena entführte – und im Rückspiel machten sich die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic am 2. Weihnachtsfeiertag mit einem klaren Auswärtssieg selbst das schönste Weihnachtsgeschenk.

In der Saison 2013/14 musste der Bergische HC trotz eines Superstarts (u. a. mit Siegen gegen den frisch gebackenen Champions-League-Sieger Hamburger SV) zwischenzeitlich um den Klassenerhalt zittern, denn nach dem Superstart mit 13:7 Punkten nach zehn Spielen folgte von Ende Oktober bis Ende April eine lange Durststrecke mit einer vernichtenden Bilanz von 4:36 Punkte. Am Ende erreichte die Truppe von Rainer Hinze, dem die BHC-Verantwortlichen trotzdem stets den Rücken gestärkt hatten, mit 22:46 Punkten und dem 15. Tabellenplatz aber doch relativ sicher das „rettende Ufer“.

In dieser Saison gilt der Bergische HC nicht zu den Abstiegskandidaten und mit 7:7 Punkten (11. Tabellenplatz) rechtfertigten die „Bergischen Löwen“ diesen Anspruch. Vor allem mit dem 24:23-Sensationssieg gegen den bis dato verlustpunktfreien Vizemeister Rhein-Neckar-Löwen unterstrichen Szilagyi und Co. diesen Anspruch. Apropos Viktor Szilagyi: Der Ex-Gummersbacher ist immer noch der „Kopf“ des kommenden VfL-Gegners, der zusammen mit Alexander Oelze wohl eins der besten Spielmacher-Duos der HBL-Bundesliga stellt.

Aber Viktor Szilagyi bildet beim BHC keineswegs eine „Ein-Mann-Show“, vielmehr stellt der Klub, der ansonsten seine Heimspiele abwechselnd in Solingen und Wuppertal austrägt, eine gesunde Mischung aus international erfahrenen Routiniers und jungen Talenten. Das Torhütergespann bilden der 148-fache isländische Nationaltorhüter Björgvin Gustavsson und Mario Huhnstock, der in der Vergangenheit schon einige Male das Schreckgespenst der VfL-Angreifer war. Schon in der vergangenen Saison war der BHC vom Kader keineswegs mit einem „normalen“ Aufsteiger zu vergleichen. Und vor dieser Saison wurde das Team noch systematisch verstärkt. Vor allem der serbische Rückraumhüne Milos Dragos, der für die „einfachen Toren“ zuständig ist, sorgt für mehr Torgefahr aus der zweiten Reihe.

Vor welch harter Aufgabe der VfL Gummersbach am Sonntag steht, zeigt schon der Rückblick auf das vergangene Wochenende. Zwar kehrte der BHC mit einer 27:31-Niederlage vom Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen heim ins Bergische, aber über eine Halbzeit waren die Gäste die bessere Mannschaft, wie auch die 12:10-Pausenführung unter Beweis stellt. Ein Knick in das BHC-Spiel kam erst, als sich Kristian Nippes nach einem Foul an Daniel Fontraine eine umstrittene rote Karte einhandelte. Danach gingen den „Löwen“ vor allem im Rückraum die Kräfte aus, zumal Milos Dragos krankheitsbedingt die Reise ins Schwabenland nicht mit machen konnte und FAG-Keeper Primoz Prost mit insgesamt 18 Paraden über sich hinauswuchs. Aber mit dem110 Kilogramm schweren und 2,02 Meter großen Rückraumhünen Dragos ist am Sonntag wieder zu rechnen. Bester BHC-Werfer in Göppingen war im Übrigen Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, denn der schnelle 31-fache isländische Internationale traf insgesamt 10 Mal ins Schwarze.

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