VfL Gummersbach - Frisch Auf! Göppingen

Kurtagic fordert Steigerung in Göppingen

Keine Zeit zum Durchatmen: Auswärtsspiel des VfL am Sonntag (15 Uhr) bei Frisch Auf! Göppingen wird live auf Sport 1 übertragen.

Frisch Auf! Göppingen – VfL (Sonntag, 15 Uhr, live auf Sport 1).

Nur vier Tage nach der 28:29-Auswärtsniederlage beim HBW Balingen-Weilstetten müssen unsere Handballer erneut im Schwabenland antreten – und zwar zum Duell der Altmeister bei Frisch Auf! Göppingen. Nimmt man das aktuelle Tabellenbild als Maßstab, liegt die Favoritenrolle klar bei den Gastgebern, denn die Schützlinge von Trainer Magnus Andersson, der seit dieser Saison die FAG-Handballer betreut, rangieren mit 29:21 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz und kämpfen um einen Europacup-Startplatz. Auch das Ergebnis des Hinspiels, als die Göppinger durch einen souveränen 31:27-Sieg beide Punkte aus der SCHWALBE arena entführten, spricht für die Gastgeber.

Auf der anderen Seite werden sich die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic sicherlich gern an die letzten Gastspiele in Göppingen erinnern, denn in den letzten Jahren ging der VfL regelmäßig als Sieger vom Parkett der EWS-Arena, die mit ihrem Fassungsvermögen von 5.600 Zuschauern am Sonntag sicherlich ausverkauft sein wird. Allerdings muss der VfL bekanntlich auf seinen Kapitän Christoph Schindler verzichten, der schon in Balingen fehlte und mit einer Ellenbogenverletzung eine mehrwöchige Zwangspause einlegen muss.

Aber auch ohne den Kapitän wäre in Balingen etwas möglich gewesen, so dass Trainer Emir Kurtagic diese Niederlage auch nicht so einfach anhaken wollte. „In der Deckung waren wir nicht konsequent genug. 16 Gegentore in Halbzeit eins waren einfach zu viel“, so der Coach. Im Angriff kamen dann auch noch einige Unkonzentriertheiten hinzu. Dennoch zeigte sein Team Moral, musste sich aber auch immer wieder heran kämpfen, und auch das kostet Kraft. „Der unbedingte Siegeswille aus dem Derby gegen den BHC war nicht immer da, aber genau dort müssen wir wieder hin. Und das trotz der hohen Spielfrequenz“, fordert Kurtagic, der bei dem Restprogramm längst weiß, was die Stunde geschlagen hat: „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir in keine Negativspirale geraten.“

Die Mannschaft ist aber auch immer noch jung und in der Entwicklung. Hinzu kommt, dass auch Leistungsträger momentan Schwankungen unterliegen. Die Tatsache, dass den VfL in der Rückrunde – vor allem auswärts – kein Team mehr unterschätzt, kommt noch erschwerend hinzu. Dennoch ist Kurtagic weiter angriffslustig, auch wenn er weiß, dass am Sonntag aktuell eine Spitzenmannschaft auf sein Team wartet: „Wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen, egal, gegen welchen Gegner. Dafür müssen wir aber wieder kompakter und geschlossener auftreten.“ Positiv war die Leistung von Simon Ernst, der über 35 Minuten im Angriff spielte und seine Sache sehr gut machte.

Die Göppinger schieden im DHB-Pokal – ebenso wie der VfL – im Viertelfinale aus, und zwar mit einer recht herben 17:32-Klatsche beim SC Magdeburg. Dass sich die Schwaben von diesem Rückschlag aber gut und recht schnell erholt haben, bewiesen sie am vergangenen Wochenende mit ihrem 26:24-Auswärtssieg beim TSV GWD Minden. Dabei verdienten sich neben dem österreichischen Nationaltorhüter Nikola Marinovic, der zusammen mit Primoz Prost das Torhütergespann des FAG bildet, Spielmacher Zarko Sesum und Rechtsaußen Anton Halen die besten Einzelnoten.

Der Serbe Zarko Sesum, der zu Saisonbeginn von den Rhein-Neckar-Löwen nach Göppingen wechselte, war schon im Hinspiel der beste FAG-Akteur und von der VfL-Abwehr nie richtig auszuschalten. Dank der Regiekünste des Serben, der zudem extrem torgefährlich ist, können sich auch die übrigen FAG-Rückraumakteure Michael („Mimi“) Kraus, Tim Kneule, Felix Lobedank und der allem der wurfgewaltige französische Weltmeister Kevynn Nyokas gut in Szene setzen. Er wartete also eine harte Aufgabe für unsere Abwehr und das Torhüterduo Carsten Lichtlein/Matthias Puhle. Wenn unsere Handballer nicht mit leeren Händen die Rückreise ins Oberbergische antreten wollen, dann bedarf es neben einer kämpferischen Leistung vor allem einer aggressiven und beweglichen Abwehr, um die gefürchtete FAG-Offensive nicht ins Rollen kommen zu lassen.

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