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Kevin Schmidt im Portrait

Der 27-fache Nationalspieler Kevin Schmidt stellt sich nach seinem vorzeitigen Wechsel zum VfL Gummersbach im Portrait vor und berichtet über die vergangenen Wochen im Dress des HSV.

Nach turbulenten Wochen beim HSV Hamburg ist der zum Sommer geplante Wechsel von Kevin Schmidt zum VfL Gummersbach vorgezogen worden. „Emir hat mich immer wieder angerufen und mir gesagt, dass ich auf der Linksaußen-Position sein Wunschspieler sei. Und auch die Gespräche mit Frank Flatten haben mir ein gutes Gefühl gegeben und mir signalisiert, dass ich beim VfL gewollt bin. Das schafft Vertrauen und ist für einen Spieler sehr wichtig“, erzählt er nach seiner Ankunft in Gummersbach. „Außerdem brauche ich nur eine Stunde in die Heimat. Das ist natürlich ein weiterer Pluspunkt.“
Seine Handballkarriere startete der gebürtige Gießener in Hessen. Kevin wuchs in dem rund 1.500 Einwohner zählendem Treis auf. „Dort hatte ich die Wahl zwischen Handball, Turnen oder Fußball. Nachdem ich jahrelang Handball gespielt und geturnt habe, musste ich mich dann mit 14 oder 15 Jahren endgültig entscheiden“, erinnert er sich. 2006 wechselte er im Alter von 18 Jahren zur HSG Wetzlar, bei der er seine ersten Bundesligaeinsätze sammelte. In dieser Zeit absolvierte er nicht nur seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann, sondern entwickelte sich sogar zum Nationalspieler. Ende 2012 wurde er von dem damaligen Bundestrainer Martin Heuberger in den Kader für die Handball-Weltmeisterschaft in Spanien berufen: „Der fünfte Platz bei der WM 2013 zählt sicherlich zu meinen größten sportlichen Erfolgen.“
Nach acht Jahren in Wetzlar zog es ihn im Sommer 2014 zum HSV Handball. „Durch das Angebot dieses großen Clubs konnte ich mich verändern. Und den Verein und damit die Stadt zu Wechseln wirkt sich auch positiv auf die Entwicklung aus – sportlich wie menschlich“, erklärt er. An seiner Entscheidung, Profihandballer zu werden, habe er nie gezweifelt: „Allerdings habe ich mich vor dem Wechsel zum HSV bei meinem letzten Training in Wetzlar am Fuß verletzt. Kurz nach meiner Ankunft in Hamburg bin ich wieder mit dem Fuß umgeknickt.“ Doch die Saison endete mit einem weiteren sportlichen Erfolg: Der HSV belegte im EHF-Pokal den zweiten Platz.
Den Start in diese Saison beschreibt der 27-Jährige als sehr gut: „Wir hatten zehn neue Spieler, einen neuen Trainer und eine super Vorbereitung. Außerdem waren die Mannschaft und die Fans wirklich besonders.“ Ab Oktober hätten die Spieler nicht mehr ihr Gehalt bekommen, auch der November sei bitter gewesen. „Wir wussten einfach nicht, was los ist. Aber wir waren eine eingeschworene Mannschaft und so haben wir entschieden, unser Bestes für den Verein zu geben. Anschließend haben wir sieben Siege in Folge eingefahren“, so Kevin weiter. Nachdem im Dezember der Insolvenzverwalter Gideon Böhm eingesetzt wurde, soll dieser zunächst positive Signale gesendet haben. „Doch zum Trainingsauftakt am 15. Januar hat er uns dann geraten, nach neuen Vereinen zu suchen“, erzählt Kevin.
Nun ist der zum Sommer geplante Wechsel nach Gummersbach vorgezogen worden. Für die Rückrunde möchte der Rechtshänder zu einem wichtigen Bestandteil des Teams werden und mit seinem neuen Club so viele Punkte wie möglich sammeln.

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