Gummersbach, SCHWALBE-Arena, 17.12.16: VfL Gummersbach vs. THW Kiel  in der DKB Handball-Bundesliga

Kann der VfL auswärts wieder jubeln?

Der VfL muss am Mittwoch nach kurzer Pause bereits wieder beim ambitionierten TSV Hannover-Burgdorf in der TUI-Arena antreten.

TSV Hannover-Burgdorf – VfL (Mittwoch, 19 Uhr, TUI-Arena Hannover).

Zum Abschluss der Hinrunde der Saison 2016/17 muss unser VfL Gummersbach in die niedersächsische Landeshauptstadt zum TSV Hannover-Burgdorf reisen. Dabei tragen die Hannoveraner ihr vorletztes Heimspiel vor der WM-Pause nicht in der gewohnten Swiss-Life-Hall (Fassungsvermögen: 4.100 Plätze) aus, sondern ziehen in die 10.000 Zuschauer fassende TUI-Arena um.

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der DKB-HBL beantwortet auch schnell die Frage nach dem Favoriten dieser Partie: Während Christoph Schindler & Co. derzeit mit13:19 als Tabellenzwölfter etwas hinter den gesteckten Erwartungen (nicht zuletzt bedingt durch das große Verletzungspech der Kurtagic-Truppe in der Hinrunde) zurückgeblieben sind, rangieren die Schützlinge von Trainer Jens Bürkle mit 18:14 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz und haben damit die internationalen Plätze vor Augen. Und auch der letzte Spieltag am vergangenen Wochenende verlief für die beiden Teams sehr unterschiedlich: Während unser VfL gegen den THW die – erwartete – Heimniederlage kassierte, kehrten die Niedersachsen mit einem 31:26 (13:11)-Erfolg vom Auswärtsspiel beim TBV Lemgo zurück an die Leine.

Allerdings musste der TSV diesen Auswärtssieg teuer bezahlen, denn Nationalspieler Kai Häfner musste verletzungsbedingt schon nach einigen Minuten das Spielfeld verlassen. Ob der wurfstarke Nationalspieler am Mittwoch gegen den VfL auflaufen kann ist noch ungewiss. Aber auch ohne Häfner ließ der TSV in der Lemgoer Lipperland-Halle nichts anbrennen. Daran hatte einmal Häfner-Ersatz Hendrik Pollex, der bei drei Versuchen dreimal traf, nicht unerheblichen Anteil. Aber den Grundstein legten die Bürkle-Schützlinge mit einer ganz starken Abwehr und einem überragenden Torhüter Martin Ziemer. So konnten die Gäste immer wieder durch schnelle Tempogegenstöße, bei denen sich vor allem Rechtsaußen Timo Kastening auszeichnete, die Gastgeber auskontern. So war Kastening, der den verletzten Kapitän Torge Johannsen sehr gut vertrat, mit 10 Toren bei nur einem Fehlversuch denn auch der überragende Werfer beim TSV.

Einen „heißen Tanz“ erwartet VfL-Trainer Emir Kurtagic in Hannover, allerdings sieht er sein Team keinesfalls chancenlos: „Wir haben auch gegen Kiel phasenweise sehr gut gespielt. Am Mittwoch benötigen wir allerdings die volle Konzentration über 60 Minuten.“ Und es gab ja auch positive Aspekte wie die sehr starke Leistung vom Youngster im Tor Lasse Hasenforther. Deutlich wurde allerdings auch, dass nach dem langfristigen Ausfall von Kévyyn Nyokas der aktuelle VfL-Schwachpunkt im rechten Rückraum liegt. Bleibt zu hoffen, dass sich Florian Baumgärtner und Mark Bult in der TUI-Arena wieder steigern können. Vielleicht kann unsere VfL dann ja auch nach sechs Auswärtsniederlagen in Folge endlich mal wieder auf fremdem Parkett jubeln?

Dass die Niedersachsen in dieser Saison ein ernstes Wörtchen bei der Vergabe der Europacupplätze mitsprechen, kommt für Experten nicht überraschend – und auch die eigenen Erwartungen sind im Hannoveraner Stadtteil Burgdorf gewachsen. Schließlich stand vor dieser Saison beim Aufsteiger von 2009 Kontinuität ganz oben. Neben Linksaußen Caster Mortensen, der schon zu Jahresbeginn aus der Konkursmasse des HSV Hamburg an die Leine gewechselt war, musste Trainer Bürkle mit dem Rückraumschützen Fabian Böhm lediglich einen Stammspieler neu integrieren.

Zur Übersicht Zum Archiv