VfL-Wetzlar 252

Julius Kühn im Interview

„In der Rückrunde wird uns kein Gegner mehr unterschätzen”

Mit dem Spiel beim SC Magdeburg (Sonntag, 17.15 Uhr) beginnt an diesem Wochenende die Rückrunde für den VfL Gummersbach. Nach den Ergebnissen der Hinrunde sind die Erwartungen hoch. Julius Kühn, 21-jähriger Rückraum-Linker der Oberbergischen, freut sich darauf, dass es endlich wieder losgeht, warnt aber auch vor überzogenen Hoffnungen.

Am Sonntag startet auch für den VfL endlich die Rückrunde nach langer WM-Pause. Steigt da allmählich der Adrenalinspiegel?
Julius Kühn: Wir freuen uns alle sehr, dass es endlich wieder losgeht. Gut, die WM-Fahrer hatten ja insgesamt weniger Pause, aber gerade in den letzten Tagen der Vorbereitung war zu spüren, dass hier alle heiß auf die Liga sind.

Die Aufgabe in Magdeburg ist aber knackig, oder?
Kühn: Das wird richtig schwierig. Da müssen wir alles in die Waagschale werfen. Letztlich werden wohl ein paar Kleinigkeiten den Ausschlag geben.

Welche denn?
Kühn: Wenn man das im Vorfeld wüsste, könnte uns das helfen. Es wird darauf ankommen, wie wir die hitzige Atmosphäre in Magdeburg annehmen. Der SCM hatte zudem vor der WM-Pause einen Superlauf in der Liga. Dennoch bleiben wir optimistisch und gehen davon aus, dass wir im Spiel die richtigen Entscheidungen treffen werden.

In der Hinrunde ist Ihnen das besser gelungen, als viele es dem VfL Gummersbach zugetraut haben.
Kühn: Stimmt! Wir hatten ein sehr positives letztes Jahr. Über nahezu die gesamte Hinrunde hinweg haben wir richtig gut gespielt. Und wir haben hier und da auch noch ein paar Pünktchen liegenlassen. Das geht nicht. Die Begegnungen gegen die Aufsteiger sollten wir eigentlich schon gewinnen.

Sie selbst sind im vergangenen Jahr der Nationalmannschaft sehr nahe gekommen.
Kühn: Ich war im vergangenen Jahr einige Male dabei. Und wenn man das erlebt hat, ist man heiß darauf, da wieder eingeladen zu werden. Das ist mein persönliches Ziel für das Jahr 2015. Ich werde angreifen, meine Leistungen in der Liga bringen und dann hoffen, dass der Bundestrainer wieder auf mich aufmerksam wird. Es ist eine richtig tolle Sache, für sein Land zu spielen.

Waren Ihre Ambitionen, in der Auswahl zu spielen, entscheidend für Ihren Wechsel vom Zweitligisten TUSEM Essen in die erste Liga zum VfL im vergangenen Sommer?
Kühn: In erster Linie war der VfL der Grund für meinen Wechsel. Und natürlich die damit verbundene Chance, in der ersten Liga zu spielen. Das reizt jeden. Aber es stimmt: Für eine Berücksichtigung in der Nationalmannschaft ist es natürlich von Vorteil, wenn man in der 1. Liga spielt.

Seit Sommer leben Sie nun auch in Gummersbach. Konnten Sie sich rasch einleben?
Kühn: Ich habe hier durchweg positive Erfahrungen gemacht. Das Team hat mich super aufgenommen. Den einen oder anderen Spieler kannte ich ja bereits. Und auch der Verein hat mir zu Beginn sehr geholfen – bei der Wohnungssuche und bei vielen anderen Dingen.

Sie lebten zuletzt im riesigen Ballungsraum Ruhrgebiet. Ist das dann eine Umstellung, wenn man ins beschauliche Gummersbach zieht?
Kühn: Für mich war das schon deshalb keine Umstellung, weil ich in Aldekerk am Niederrhein in einem Dorf lebte. Ich habe keine Sekunde gezögert, nach Gummersbach zu ziehen.

Spüren Sie, dass das Thema „Handball” in Gummersbach ein ganz wichtiges ist?
Kühn: Auf jeden Fall. Überall in Gummersbach wird man auf den VfL angesprochen. Da wird geplaudert, gefachsimpelt und geflachst. Dem kann man sich gar nicht entziehen. Ich finde das aber echt gut.

Was können Sie den Gummersbachern denn für die Rückrunde in Aussicht stellen?
Kühn: Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen, aber das Thema Europacup kommt in dieser Saison sicher noch zu früh. Bei aller Begeisterung sollten wir ein wenig auf die Euphoriebremse treten. Wir haben zwar in der Hinrunde viele Punkte gewonnen, aber in der Rückrunde jetzt wird uns kein Gegner mehr unterschätzen. Das wird sicher noch mal ein gutes Stück schwerer. Aber wir wollen weiterhin nur von Spiel zu Spiel denken

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