DKB-Bundesliga: TSV Hannover - VfL Gummersbach

Joakim Larsson (31) im Interview

„Wir sind eine gestandene Bundesligatruppe”
Mit dem starken Unentschieden bei der TSV Hannover-Burgdorf strebt der VfL Gummersbach weiterhin seinem Saison-Wunschresultat – dem einstelligen Tabellenplatz entgegen. Allerdings hat es das Restprogramm in den letzten sechs Spielen in sich. Vor dem schweren Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am kommenden Sonntag (Anwurf 17.15 Uhr, live beiSPORT1 ab 17.10 Uhr) baten wir Joakim Larsson zum Interview. Der 31-jährige Kreisläufer in Diensten des VfL gab sich trotz der schweren Brocken in den kommenden Begegnungen optimistisch.

Sie klingen erkältet. Was ist los?

Joakim Larsson: Nichts Besonderes, ich bin lediglich ein wenig erkältet. Es waren ja einige Spieler davon betroffen. Ich nutze ein paar Tage zur Erholung, damit ich rasch in guter Form wieder zurück sein werde.

Muss der VfL um Ihren Einsatz am Sonntag bangen?

Larsson: Das glaube ich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich am Sonntag wieder 100 Prozent geben kann. Ich liege ja schließlich nicht im Bett und habe auch kein Fieber. Meine kleine Auszeit ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um nicht mit einer Erkältung zum Training gehen zu müssen.

Mit der SG Flensburg-Handewitt präsentiert sich der Champions-League-Sieger des vergangene Jahres in der Schwalbe Arena. Logisch, dass der VfL da nur die Außenseiterrolle einnimmt, oder?

Larsson: Außenseiter ja, aber keineswegs chancenlos. Selbst die SG Flensburg-Handewitt hat ein Team, das wir schlagen können. Mit der Arena im Rücken haben wir schon so manches große Team geärgert. Wir werden bestimmt nicht in dieses Spiel gehen und sagen, wir wollen die Niederlage in Grenzen halten. Wenn wir spielen, wollen wir auch gewinnen.

Schon im Pokal-Viertelfinale vor wenigen traf der VfL auf die Nordlichter. Sinnt man nach der Niederlage nun auf Revanche?

Larsson: Nein, das hat mit Revanche nichts zu tun. Schließlich sind Pokal und Liga zwei grundsätzlich unterschiedliche Wettbewerbe. Aber ganz sicher wollen wir besser spielen als im Viertelfinale des Pokals. Da waren wir wirklich nicht gut. Ich bin überzeugt, wenn wir nur auf uns schauen und unsere Leistung abrufen können, haben wir auch eine große Chance zu gewinnen.

Das Match gegen Flensburg ist lediglich der Auftakt eines schweren Restprogramms für den Klub. Unter anderem kommt noch der THW Kiel nach Gummersbach, und der VfL muss noch nach Hamburg. Wie realistisch ist da das Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz”?

Larsson: Gute Frage. Letztlich hängt die endgültige Platzierung auch ein wenig davon ab, was die unmittelbare Konkurrenz im Saisonendspurt schafft. Es wär einfach riesig, wenn wir den einstelligen Tabellenplatz verteidigen könnten. Sicher, Flensburg und Kiel sind echt harte Brocken, aber wenn wir uns in bester Form präsentieren, dann haben wir auch in Hamburg eine gute Chance zu gewinnen.

Der Trend spricht in diesen Tagen wieder für den VfL. Wie wichtig war in diesem Zusammenhang der Punktgewinn in Hannover?

Larsson: Ganz wichtig. Sicher ist der Abstieg rein rechnerisch noch möglich. Das sollte man auch stets im Hinterkopf behalten, ich kenne mich da ganz gut aus. Aber wirklich daran glauben kann ich nicht. Da müsste schon extrem viel gegen uns laufen.

Der VfL kann mit der Zwischenbilanz von 28 Punkten aus 30 Spielen zufrieden sein, oder?

Larsson: Sehr zufrieden, auch wenn mich ein paar Ausrutscher und unnötige Niederlagen wie die gegen Bietigheim ärgern. Aber zeigen Sie mir bitte ein Team, das gänzlich ohne Ausrutscher durch die Saison kommt. Es gibt immer Phasen, in denen es schwieriger ist, erfolgreich zu sein. Aber wir haben ein Team, das absolut intakt ist und das an sich glaubt. Denken Sie mal zurück: Vor der Saison prophezeite uns jeder den Abstiegskampf. Wir haben gut gespielt, uns mit vielen Punkten selbst belohnt und hatten überhaupt nichts mit dem Abstieg zu tun. Dabei waren wir zum Saisonstart eigentlich keine gestandene Bundesligatruppe. Jetzt aber sind wir eine, das haben viele nicht für möglich gehalten

Mit Ihren 31 Jahren gehören Sie zu den erfahreneren Kräften im Kader des VfL. Tragen Sie ein erhöhtes Maß an Verantwortung?

Larsson: Klar, ich versuche die jungen Leute so gut es geht zu unterstützen. Das gilt vor allem für den mentalen Bereich. Wenn du ein junger Spieler bist, geht viel durch deinen Kopf. Aber ich helfe auch, wenn ich sehe, wo sich einzelne Spieler verbessern können.

Sie spielen seit 2013 für den VfL. Wie geht es mit Ihnen nach der Saison weiter?

Larsson: Erst einmal habe ich noch einen Vertrag bis zum Sommer 2016. Ich würde zudem gern noch vier bis sechs Jahre weiterspielen.

Es heißt. Sie seien ein sehr talentierter Fußballer gewesen?

Larsson: Sagt man das? Kann sein, zumindest im Training, wenn wir denn mal Fußball spielen, bin ich stets der beste Torschütze. Die Jungs verzweifeln am meinem Fußballkönnen. (lacht) sie versuchen stets, mich mit unfairen Mitteln zu stoppen. Aber ohne Erfolg.

Denkt man mit 31 Jahren auch schon mal an die Zeit nach dem Handball nach?

Larsson: Die Gedanken kommen ab und zu. Aber insgesamt sehe ich das sehr entspannt. Ich studiere Sportmanagement neben dem Profihandball und gehe fest davon aus, dass ich nach meiner Karriere einen Job finden werde, der mir Spaß machen wird. Ich mache mir keine großen Gedanken.

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