VFL-HSV (3)

HSV war heute eine Nummer zu groß

Vor 3.392 Zuschauern in der SCHWALBE arena kassierte der VfL am heutigen Nachmittag eine deutliche 21:30 (12:14)-Niederlage gegen den HSV Hamburg Handball.

VfL Gummersbach – HSV Hamburg Handball 21:30 (12:14).

Heute konnte der VfL seine Fans leider nicht mit einer guten Leistung begeistern. Bereits zum Ende der ersten Halbzeit setzte der HSV die entscheidenden Akzente, und nach dem Wechsel war es leider ein zeitweise ungleiches Kräftemessen. Dabei kam der VfL zunächst motiviert und engagiert aus der Kabine. Julius Kühn sorgte mit seinem Treffer zum 13:14 für neue Hoffnungen, aber die Folgeminuten sollten die Entscheidung zugunsten der Gäste bringen. Durch einen Siebenmeter von Raul Santos, der aus dem Spiel fast nie zum Abschluss kam, gelang zwar noch das 15:17, aber der folgende 4:0-Lauf für Hamburg war so etwas wie die Vorentscheidung.

Dem VfL fiel in dieser Phase nicht mehr viel ein. Aus dem Rückraum fehlte die Durchschlagskraft, im Spielaufbau die Ideen, der Rückzug klappte nicht mehr und auch die Abwehr fand nicht mehr die gewohnte Ordnung. Für den HSV wurde die Partie nun mehr und mehr zum Schaulaufen. Sie kombinierten nach Belieben und schraubten das Ergebnis kontinuierlich im die Höhe. Hinzu kamen die vielen einfachen Tore, da der VfL nicht mehr konsequent umschaltete. Am Ende fiel der Sieg zwar etwas zu hoch aus, aber hochverdient war er allemal. Es war halt ein gebrauchter Tag für den VfL, wie auch Trainer Emir Kurtagic nach dem Spiel zu Protokoll gab. Zum allen Überfluss hat der Coach auch noch zwei Verletzte zu beklagen. Bei Gunnar Stein Jonsson wurde bereits ein Bänderriss diagnostiziert, der ihn vier bis sechs Wochen außer Gefecht setzt. Christian Zufelder schied ebenfalls verletzt aus; bei ihm steht die Diagnose allerdings noch nicht fest.

Dabei ging es gar nicht so schlecht los, denn der VfL kam richtig gut in die Partie. Zunächst waren es drei Rückraumhammer von Julius Kühn zum 3:3, ehe Santos den VfL zum ersten Mal in Führung brachte. Hamburg kam aber sofort zurück, ging mit 6:5 in Front, ehe von Gruchalla und Santos durch zwei Gegenstöße den VfL wieder in Front brachten. Pevnov erhöhte anschließend auf 8:6. Nach dem 9:7 durch Schröder war es dann aber vorbei mit der VfL-Herrlichkeit. HSV-Trainer Michael Biegler schien in der Auszeit die richtigen Worte gefunden zu haben. Durch drei Tore in Folge kaufte der Gast Gummersbach zum ersten Mal den Schneid ab. Zwar kam der VfL noch mal zurück und konnte einen höheren Pausenrückstand verhindern, aber bereits in dieser Phase war die Fehlerquote im Angriffsspiel der Blau-weißen einfach zu hoch.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. bis 30. und bei einem Siebenmeter, 5 Paraden, daruter 1 Siebenmeter), Matthias Puhle (ab 31., 8 Paraden); Simon Ernst (2), Julius Kühn (4), Magnus Persson (2), Evgeni Pevnov (2), Christian Zufelde, Mark Bult (1), Florian von Gruchalla (2), Alexander Becker, Andreas Schröder (2), Raul Santos (6/5), Gunnar Stein Jonsson.

HSV Hamburg: Johannes Bitter (1. bis 60., 20 Paraden, darunter 1 Siebenmeter), Jens Vortmann (nur bei 2 Siebenmetern); Kevin Schmidt (1), Drasko Nenadic (4), Casper Ulrich Mortensen (4), Matthias Flohr (3), Piotr Grabarcyk, Allan Damgaard Espersen, Ilija Brozovic (2), Hans Lindberg (7/2), Pacal Hens (1), Adrian Pfahl (4), Alexander Feld (4), Stefan Schröder (n. e.), Tim-Oliver Brauer, Dener Jaanimaa (n. e.).

Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck/Simon Reich

Zuschauer: 3.392.

Siebenmeter: 6:5 – 4:2 (Santos scheitert an Bitter, Lindberg trifft die Latte und scheitert an Lichtlein).

Zeitstrafen: 6:10 (Ernst/zweimal, Persson – Nenadic, Flohr, Grabarczyk/zweimal, Brozovic).

Spielfilm: 3:3 (5.), 4:5 (10.), 8:6 (17.), 9:10 (22.), 11:13 (28.), 12:14 (HZ) – 13:14 (32.), 15:18 (40.), 15:21 (43.), 16:22 (45.), 18:26 (52.), 20:29 (58.), 21:30.

Stimmen zum Spiel

Michael Biegler (Trainer HSV): „Wir sind natürlich sehr froh, dass wir diese englische Woche erfolgreich abschließen konnten. Nach dem Flensburg-Spiel hatten wir eine gehörige Potion Wut im Bauch, und die wollten wir heute positiv mit in die Partie nehmen. Das ist uns gelungen. Nach anfänglichen Schwächen, haben wir sehr gut in die Partie gefunden und vor allem in der Deckung und im Rückzug überzeugt. Dadurch konnte wir einfache Tore machen, die sehr wichtig für uns waren. Gepaart mit einer starken Torhüterleistung kommt dieses Ergebnis zustande. Glückwunsch an meine Mannschaft.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL Gummersbach): „Eigentlich hätten wir heute den frischeren Eindruck machen müssen, aber das war leider nicht der Fall. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr schwach gespielt, waren in Rückzug und Deckung nicht da und somit haben wir auch verdient verloren. Dabei sind wir gut in die Partie gekommen, aber nach der Hamburger Auszeit hatten wir einen unerklärlichen Einbruch. Damit haben wir Hamburg Sicherheit gegeben, und als erfahrene Mannschaft haben sie das konsequent ausgenutzt. Sicherlich hatten wir in einigen Situationen, etwa bei Abprallern, etwas Pech, aber das ändert nichts an der schwachen Vorstellung. Kämpferisch kann ich den Jungs allerdings keinen Vorwurf machen.“

Christian Fitzek (Geschäftsführer HSV Hamburg): „Ich habe sieben Jahre in Gummersbach gespielt, und hatte hier meine schönste sportliche Zeit. Somit komme ich immer wieder gerne hierher. Für uns war es heute ein sehr wichtiger Sieg, und wir sehen, dass die neu formierte Mannschaft von Woche zu Woche besser zusammenwächst. Das freut uns sehr. Glückwunsch aber auch an den VfL für dieses tolle sportliche Projekt mit jungen Spielern. Irgendwann komme ich vielleicht auch mal wieder nach Gummersbach, um hier zu verlieren, aber im Moment freuen wir uns über diesen ganz wichtigen Erfolg.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Zunächst einmal bedanken ich mich bei den Fans für die tolle Unterstützung und ich freue mich sehr, dass 10 Prozent mehr Fans gekommen sind als gegen Wetzlar. Die sportliche Erkenntnis war, dass der HSV am heutigen Nachmittag eine zu hohe Hürde war. Wir müssen weiter arbeiten und in Melsungen ein andere Gesicht zeigen.“

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