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Gummersbacher Handball rückt enger zusammen

Erfolgreicher Saisonabschluss und frühzeitige Spielpraxis im Männerbereich durch Wechsel, Zweit- und Doppelspielrechte

Die Handballvereine im Gummersbacher Stadtgebiet wollen sich in den kommenden Monaten gegenseitig dabei unterstützen, ihren Mannschaften einen erfolgreichen Saisonabschluss zu ermöglichen. In den vergangenen Wochen haben der VfL Gummersbach und der TuS Derschlag in diversen Treffen beraten, wie sie ihren Mannschaften in der 3. Liga, der HVM-Oberliga und der A-Juniorenbundesliga bestmögliche Voraussetzungen für die noch ausstehenden Spiele bieten können. Damit reagieren die Verantwortlichen der Klubs nicht nur auf verletzungsbedingte Ausfälle und aktuelle Tabellenstände, die jetzt vereinbarten Maßnahmen sollen

auch mit Blick in die Zukunft zielführend und beispielgebend sein.

Ende vergangener Woche sind beim Westdeutschen Handballverband die erforderlichen Unterlagen eingereicht worden, um rechtzeitig vor  Ende der Wechselfrist die Weichen neu zu stellen. So werden die Gummersbacher U19-Talente Sebastian Schöneseiffen, Max Jaeger und Simon Lubberich beim TuS Derschlag die Möglichkeit bekommen, in der HVM-Oberliga bereits zum jetzigen Zeitpunkt Spielpraxis im Herrenbereich zu sammeln. Auf der Torhüterposition wird zudem das lettische Nachwuchstalent in Reihen des VfL, Lauris Ozolins,  den TuS verstärken, nachdem klar ist, dass Max Hamers in Derschlag auf Grund von Bandscheibenproblemen in den kommenden Wochen fehlen wird. Für Ozolins, der beim VfL hinter dem belgischen Nationaltorhüter Nicholas Plessers und dem deutschen Jugendnationalspieler Tom Landgraf zuletzt keine Einsatzzeiten mehr bekommen hatte, bietet sich Derschlag für dessen weitere Entwicklung an. Im Gegenzug werden die beiden Ex-Gummersbacher Alexandre Brüning und Lukas Bader, ausgestattet mit einem Zweifachspielrecht, neben der Oberliga künftig beim VfL auch in der 3. Liga Handball spielen können. Die Verantwortlichen beider Vereine setzen damit erstmals ihre gemeinsamen Bestrebungen einer engeren Kooperation auch praktisch um.

Gummersbachs Akademieleiter Jörg Lützelberger verspricht sich davon sowohl Effekte für die Top-Talente aus der U19 und U17 des VfL als auch für die Entwicklung des ambitionierten Amateurhandballs im Oberbergischen Kreis. „Es ist sinnvoll und richtig, diese und andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich der 3. Liga und der HVM-Oberliga mit unseren Nachbarn zu besprechen und zu nutzen.“ In der Vergangenheit habe es eine ziemlich strikte Trennung gegeben. Der VfL habe bereits vor zwei Jahren begonnen erste Gespräche mit Derschlag und Strombach zu führen. „Inzwischen wachsen aus der Akademie Jahrgänge heraus, die es uns möglich machen, unsere Nachbarn zu unterstützen. Auf der anderen Seite wachsen neue Spieler heran, deren Qualität es erforderlich macht, ihnen bereits im Jugendbereich Spielpraxis in einer ambitionierten Männermannschaft zu ermöglichen.“

Oliver Meyer, Abteilungsleiter des TuS Derschlag freut sich über die intensivierte Zusammenarbeit mit dem VfL Gummersbach. „Wir freuen uns, als attraktiver Partner unseren Teil zur Ausbildung der Talente beizutragen. Das ist ein guter Anfang der begonnenen Kooperation. Es muss das Ziel aller sein, unsere Handballtalente in der Region zu behalten, auch wenn sie den Sprung nach ganz oben in die Bundesliga nicht schaffen sollten.“

Auch VfL-Geschäftsführer Frank Flatten denkt, dass der jetzt eingeschlagene Weg richtungsweisend und von Vorteil für alle Beteiligten werden kann. „In der kommenden Saison werden alle Jugendmannschaften des VfL Gummersbach wieder mit sieben und mehr Spielern pro Jahrgang besetzt sein. Die noch aus der Vergangenheit stammende Lücke im Nachwuchsbereich wird sich also schließen. Für uns heißt das, dass wir auch unsere Anschlussförderung breiter aufstellen müssen. Daher streben wir Kooperationen und Lösungen an, die unseren Talenten Spielpraxis in der Oberliga, der 3. Liga und der 2. Handballbundesliga ermöglichen. So sollen mehr Spieler eine für ihren jeweiligen Entwicklungsstand richtige Wettkampfpraxis erhalten.“  Darüber hinaus gebe es viele weitere positive Effekte für den VfL, seine Talente, die Kooperationsvereine und den Handball in der Region insgesamt. „Alle können davon profitieren.“

Ganz aktuell ist das auch der TV Strombach, der zurzeit um den Klassenerhalt in der HVM-Oberliga kämpft und in dieser Saison durch Verletzungen und berufliche Gründe seinen Kurs nicht halten konnte. TVS und VfL haben daher beratschlagt, wie man sich gegenseitig unterstützen kann. So soll U23-Mittelmann Robin John, der beim VfL  zuletzt wegen einer Rückenverletzung kaum noch Spielpraxis bekam, in Strombach mit angreifen. Der Rücken ist inzwischen fit, so dass John beim TVS seine deutlich besseren Chancen auf Einsatzzeiten nutzen will. Darüber hinaus verzichtet die U23 für den Rest der Saison auf die Chance, ihren Co-Trainer Philipp-Jonas Wilhelm auch als Spieler einzusetzen. Der abwehrstarke Kreisläufer-Veteran wechselt ebenfalls mit dem Spielrecht zum TVS und wird den Strombachern in ausgewählten Spielen zur Verfügung stehen.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Robin und Phillip zwei klasse Spieler in unseren Kreisen begrüßen dürfen, sie werden uns im Abstiegskampf große Hilfen sein.  Durch diese Kooperation sind beide Seiten Gewinner, wir profitieren im Abstiegskampf von den Erfahrungen der Beiden in höherklassigen Ligen und die Spieler erhalten reichlich Spielpraxis. Wir sind höchst erfreut über die gute Zusammenarbeit mit dem VFL Gummersbach“ so Vorstandsmitglied Gerhard Müller vom TV Stromnbach.

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