TUS N Lübbecke - VfL Gummersbach

„Einstelliger Tabellenplatz wäre die Krönung“

VfL verfolgt weiter sportliche Ziele - Freitag kommt Ex-Coach Sead Hasanefendic - nur noch wenige Karten für Spiel gegen Lübbecke.

VfL – TuS N-Lübbecke

(Freitag, 19:45 Uhr, SCHWALBE arena).

Im letzten Heimspiel der Saison 2014/15 empfangen die Schützlinge von Emir Kurtagic den TuS N-Lübbecke, der mit 27:41 Punkten den 14. Tabellenplatz einnimmt. Zwar sind die Ostwestfalen theoretisch noch nicht ganz in Sicherheit, aber bei zwei nach ausstehenden Spielen und vier Punkten Vorsprung gegenüber dem Lokalrivalen TSV GWD Minden (16./23:45 Punkte) und der deutlich besseren Tordifferenz haben die Handballer aus dem „stärken Dorf im Land“, wie sie sich selbst nennen, nach menschlichem Ermessen mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Damit kann sich der Ex-Gummersbacher Sead Hasanefendic, der vor zwei Monaten für den vorzeitig entlassenen Dirk Beuchler den Trainerposten in Lübbecke übernahm, einmal mehr als Retter feiern lassen. Speziell für sein Debüt als Trainer in der Gummersbacher SCHWALBE arena wird sich der Taktikfuchs sicherlich besonders viel vornehmen, um beide Punkte aus Gummersbach zu entführen.

Aber auch für Emir Kurtagic sollte die Partie unter einem besonderen Stern stehen, schließlich heuerte er 2008 als Co-Trainer von Hasanefendic an und übernahm im Dezember 2011 selbst das Ruder. Für derlei Nostalgie ist aber beim VfL heute kein Platz, wie Geschäftsführer Frank Flatten hervorhebt: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu Sead, aber am Freitag geht es um wichtige Bundesligapunkte.“ Während der Gegner noch Zähler für das sichere Klassenziel benötigt, schielt der VfL wieder auf ungeahnte Positionen. „Der einstellige Tabellenplatz ist möglich und wäre die Krönung einer großartigen Saison. Dafür muss allerdings in den letzten beiden Spielen alles stimmen“, so Flatten weiter. Die Fans stehen weiterhin wie ein Mann hinter der Mannschaft. Die letzten gut 100 Karten für das letzte Heimspiel liegen zum Verkauf bereit, und die Dauerkarten für das kommende Jahr sind ebenfalls sehr begehrt. „Das zeigt uns, dass der neu eingeschlagene Weg des Vereins mit vorwiegend jungen Spielern nicht der schlechteste sein kann“, freut sich Flatten.

Der VfL Gummersbach sollte sich derweil weder vom Tabellenstand noch vom 31:29-Auswärtssieg in Lübbecke blenden lassen. Wenn Lichtlein & Co. noch ein ausgeglichenes Punktekonto von 36:36 (dann müsste neben dem Spiel gegen Lübbecke auch das letzte Saisonspiel beim HSV Hamburg gewonnen werden) erreichen wollen, bedarf es einer konzentrierten und starken Mannschaftsleistung. Und ein Blick in die jüngere Vergangenheit macht deutlich, dass sich unser VfL gerade vor eigenem Publikum gegen die Ostwestfalen immer sehr schwer getan hat und meist als Verlierer das Parkett verließ. Und auch in dieser Saison machten die Mannen um Ex-VfL-Star Drago Vukovic ihrem Ruf als auswärtsstarke Mannschaft alle Ehre: Während die Mannschaft in der heimischen Merkur-Halle nur 13 Punkte einfuhr und ihren Fans manche Enttäuschung bereitete, trumpfte sie auswärts oft stark auf und gehört mit 14 gewonnenen Punkten zu den auswärtsstärksten Teams der Bundesliga, wobei sie speziell beim Hasanefendic-Debüt mit dem 32:26-Sieg beim SC Magdeburg aufhorchen ließ.

Auch die Generalprobe für das Gummersbacher Spiel kann aus Lübbecker Sicht durchaus als gelungen betrachten werden, auch wenn es gegen den Tabellenzweiten Rhein-Neckar-Löwen nach dem 13:13-Halbzeitstand eine knappe 25:27-Niederlage gab. Bis zur Schlussphase hielten die Ostwestfalen, bei denen Jens Schöngarth und Vuko Borozan mit je sieben Treffern die besten Werfer waren, die Partie offen, und erst kurz vor Ultimo gab die breitere Bank den Ausschlag zugunsten der „Löwen“. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass Hasanefendic mit Frank Löke, Ales Pajovic, Maximilian Schubert und Neu-Nationalspieler Niclas Pieczkowski gleich auf vier Stammspieler verzichten musste. Während Löke bis zum Saisonende ausfällt, ist möglicherweise in Gummersbach mit den Einsätzen von Pajovic, Schubert und Pieczkowski zu rechnen.

Aber unabhängig davon haben die Lübbecker noch einen überdurchschnittlich besetzten Kader. Da wäre zuerst Torhüter Nikola Blazicko, den in den letzten Jahren schon öfters gegen den VfL zum Matchwinner avancierte, zu nennen. Und der Rückraum mit Drago Vuckovic, Christian Dissinger, Jens Schöngarth, Gabor Langhans und Vuko Borozan, der im Dezember kurzfristig vom Champions-League-Teilnehmer RK Metalurg Skopje nachverpflichtet wurde, gehört mit Sicherheit zu den stärksten in der gesamten Bundesliga.

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