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Bundesliga-Duell mit viel Tradition

Emir Kurtagic warnt vor dem Duell gegen das Spitzenteam des SC Magdeburg am Sonntag (15 Uhr) vor allem vor den schnellen Gegenstößen des SCM, und Manager Frank Flatten forciert die Personalplanungen für die kommende Saison.

VfL Gummersbach – SC Magdeburg (Sonntag, 15 Uhr)

Nach der unnötigen Niederlage in Erlangen, saß der Stachel noch tief bei Trainer Emir Kurtagic: „Mit einem Sieg, hätten wir völlig ohne Druck in die Partie gegen die starken Magdeburger gehen können.“ Nun läuft sein Team Gefahr, zum ersten Mal ein negatives Punkteverhältnis auf dem Konto zu haben. „Das wäre zwar auch nicht dramatisch, aber davor stehen ja noch 60 Minuten“, so Kurtagic. 60 Minuten, in denen sich der VfL vor mehr als 3.000 Besuchern, die bereits jetzt ihre Tickets gekauft haben, für die Pleite beim Aufsteiger rehabilitieren möchte.

„Magdeburg ist sehr stark und vor allem über die schnellen Gegenstöße gefährlich“, so Kurtagic. Darüber hinaus müsse man in der Abwehr besser stehen, achtsamer sein und im Angriff ein Mittel gegen die offensive Deckung finden. Fehlerminimierung heißt das Zauberwort. Das perfekte Spiel gibt es nicht, kann es nicht geben, aber die sich bietenden Chancen muss man schon nutzen. „In Erlangen haben wir Lehrgeld gezahlt. Das kommt vor bei einer so jungen Mannschaft“, so Kurtagic weiter.

Manager Frank Flatten fordert von der Mannschaft absoluten Kampfgeist und ist von der Umsetzung auch überzeugt: „Wir haben in Erlangen zwei unserer drei Bonuspunkte verspielt. Mehr ist nicht passiert. Magdeburg ist ein anderes Kaliber, aber die Mannschaft hat schon mehrfach bewiesen, dass sie gegen Topmannschaften bestehen kann.“ Parallel forciert Flatten die Personalplanungen für die Zukunft, schließlich haben die starken Leistungen von Spielern wie Raul Santos & Co. Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. „Ich bin guter Dinge, dass wir unsere Spieler von der guten sportlichen Perspektive beim VfL Gummersbach überzeugen und weiter an uns binden können“, erklärt Flatten optimistisch.

Das Duell VfL Gummersbach gegen SC Magdeburg ist mehr als ein normales Bundesligaspiel. Schließlich bestritten diese beiden Altmeister 1991 nicht nur das erste gesamtdeutsche Endspiel, bei dem der VfL hauchdünn die Nase vorn hatte – und sich den letzten nationalen Titel sicherte. Schon in Zeiten des „Kalten Krieges“ standen sich diese beiden Vereine öfters in unvergesslichen Europapokalbegegnungen gegenüber. Dieser Handball-Klassiker füllte damals die Dortmunder Westfalenhalle regelmäßig bis auf den letzten Platz.

Nun, heute gehören die Paarungen zwischen dem VfL und den Handballern aus der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt zwar zum Bundesliga-Alltag, aber sie haben an Brisanz noch nichts verloren. Und die Magdeburger kommen diesmal mit breiter Brust in die SCHWALBE arena, denn spätestens durch den jüngsten 29:26-Sieg gegen den Champions-League-Sieger SG Flensburg-Handewitt unterstrichen die Schützlinge des neuen isländischen Trainers Geir Sveinsson, dass sie wieder zu den Spitzenteams in der Bundesliga zu zählen sind. Das beweist auch ein Blick auf die aktuelle Tabelle, in der der SCM mit 9:3 Punkten (bei einem Spiel weniger) auf Platz drei hinter den Rhein-Neckar-Löwen (12:2) und dem THW Kiel (10:4) rangieren.

Gegen Flensburg verdienten sich im Übrigen Rechtsaußen Robert Weber, der mit 50 Toren, davon 21 Siebenmeter, in der Bundesliga-Torschützenliste den 2. Platz einnimmt, und der Slowene Marko Bezjak, auf deren Konto allein 13 Treffer gingen, die besten Noten im SCM-Team. Zu den Leistungsträgern beim kommenden VfL-Gegner avancierte auf Anhieb auch der dänische Nationaltorhüter Jannick Green in seiner ersten Saison in Magdeburg. Ansonsten überzeugten die Magdeburger, die beim Saisonstart ihre einzige – und sehr unglückliche – Niederlage (23:24) bei den Rhein-Neckar-Löwen kassierten, durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit.

Zu den Stärken der Gäste von der Elbe gehört traditionell auch eine sehr aggressive und stabile Deckung, so dass die schnelle SCM-Flügelzange mit Robert Weber und Yves Grafenhorst immer wieder zu schnellen Kontertoren kommt. Aber auch die Rückraumschützen Michael Haaß, Jure Natek, Espen Lie Hansen und Fabian van Olphen sorgen für stetige Torgefahr, und der bullige polnische Kreisläufer Bartosz Jurecki, dessen Vertrag am Saisonende in Magdeburg nicht verlängert wird, hat in der Vergangenheit der VfL-Abwehr schon manche Schwierigkeiten bereitet.

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