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Andreas Schröder wieder einsatzfähig

VfL-Trainer Emir Kurtagic zieht positive und negative Schlüsse aus der 27:33-Niederlage am gestrigen Sonntag beim THW Kiel und ist froh, dass weiterhin alle Spieler einsatzfähig sind.

20 Stunden nach der Partie in Kiel, fällt es VfL-Trainer Emir Kurtagic recht leicht, das Spiel im hohen Norden nüchtern und sachlich zu analysieren: „Zunächst einmal benötigt man schon eine Ausnahmeleistung, um in Kiel etwas zu holen. Diese haben wir nicht abgerufen.“ Dennoch habe man einiges richtig gemacht, vor allem in der Deckung. „Die 6:0, aber auch die 3:2:1-Deckung haben meines Erachtens sehr gut funktioniert, und auch beide Torhüter waren stark“, so Kurtagic. Alles Punkte, die man positiv mitnehmen müsse, und schließlich spiele man ja auch nicht jeden Tag gegen einen solchen Gegner: „Natürlich können wir im Angriff besser spielen und wir haben auch zu viele unnötige Zeitstrafen kassiert.“ Dafür habe die Mannschaft aber nie aufgesteckt und eine große Moral bewiesen.

Wie dem auch sei. Das Punktekonto ist ausgeglichen, das nächste Spiel findet zu Hause statt. Und noch viel wichtiger: Alle Spieler sind gesund. Andreas Schröder, der in Kiel versetzt raus musste, läuft bereits wieder rund. Und auch um Mark Bult müsse man sich keine Sorgen machen. „Ich habe ihm die Möglichkeit gegeben, sich etwas zu erholen“, erklärt Kurtagic, der genau weiß, dass er seinen Rückraumschützen in den harten Folgewochen noch benötigt.

THW Kiel – VfL Gummersbach 33:27 (13:11).

Der VfL verkaufte sich teuer im hohen Norden, auch wenn am Ende des Tages gegen das Weltklasseteam des THW nichts Zählbares zu holen war. In den ersten 30 Minuten schnupperte der VfL aber zumindest kurzzeitig an einer Überraschung und führte zwischenzeitlich mit 7:5 sowie 10:7. Gummersbach nutzte dabei die keinesfalls gute Leistung des THW, und Carsten Lichtlein war der gewohnt starke Rückhalt. Bis zur Pause folgte dann allerdings ein 6:1-Lauf des THW. Das war zwar noch nicht die Vorentscheidung, aber zumindest ein Schritt in diese Richtung.

Nach dem Wechsel waren die Messen dann relativ schnell gelesen. Durch einen weiteren 4:0-Lauf zum 17:11 wurden die Weichen auf Sieg gestellt, und bis Mitte der zweiten Halbzeit (21:13) wurde der Vorsprung weiter ausgebaut. Gummersbach steckte aber nie auf, und Raul Santos warf drei Tore in Folge zum 21:16. Matthias Puhle, der in der 39. Minute für den in Halbzeit eins sehr starken Lichtlein kam, trug durch seine Paraden dazu bei, dass der Rückstand in erträglichen Grenzen gehalten wurde. Die überragenden Rückraumspieler des THW, allen voran Steffen Weinhold und Joan Canellas, konnte der VfL aber nie wirklich ausschalten, auch wenn die offensivere Deckungsvariante in Durchgang zwei die Kieler zumindest teilweise vor Probleme stellte.

Als Fazit kann man von einer sehr ordentlichen Leistung des VfL beim hohen Favoriten sprechen. Beide Torhüter hatten einen guten Tag, Raul Santos (neun Tore) stach durch seine Torgefahr auch heute etwas heraus, aber auch der junge Spielmacher Simon Ernst als Beispiel machte in Abwehr und Angriff ein sehr starkes Spiel. Darüber hinaus überzeugten die Gummersbacher aber in erster Linie durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine große Moral auch bei deutlichen Rückständen. „Man muss der ganzen Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie sicher heute hier in dieser Halle verkauft hat“, erklärt auch Kapitän Christoph Schindler nach der Partie

Torschützen:

THW Kiel: Dominik Klein (3), Christian Sprenger (4), Steffen Weinhold (8), Patrick Wiencek (1), Domagoj Duvnjak (2), Rene Toft Hansen (2), Marko Vujin (1), Rune Dahmke (3), Rasmus Lauge Schmidt (1), Joan Canellas (8).

VfL Gummersbach: Christoph Schindler (2). Florian von Gruchalla (3), Joakim Larsson (2), Alexander Becker (2), Andreas Schröder (1), Julius Kühn (3), Simon Ernst (3), Raul Santos (9), Gunnar Stein Jonsson (1), Magnus Persson (1).

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