DKB-Bundesliga: Rhein-Neckar-Löwen - VfL Gummersbach

30 Minuten die bessere Mannschaft

Der VfL verkaufte sich beim Tabellenführung Rhein-Neckar Löwen zunächst sehr teuer, führte zur Pause, unterlag dann aber doch deutlich mit 22:31.

Rhein-Neckar Löwen – VfL Gummersbach 31:22 (14:15).

Nach den jüngsten Erfolgen kann auch die Niederlage in Mannheim zumindest als Achtungserfolg gewertet werden, auch wenn sie am Ende sehr deutlich ausfiel. „Wir haben bewiesen, dass wir auch gegen eine solche Ausnahmemannschaft über weite Strecken mithalten konnten“, so VfL-Trainer Emir Kurtagic, der seinen Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen wollte. Dazu gab es auch keinen Grund, denn die ersten 30 Minuten waren ein weiterer Beleg für den Reifeprozess der VfL-Mannschaft. Von Beginn an machten sie dem hohen Favoriten durch eine konsequente Deckungsarbeit und ein gefährliches Angriffsspiel das Leben schwer.

Nach sieben Minuten führte der VfL durch Tore von Raul Santos (2), Magnus Persson und Julius Kühn völlig überraschend mit 4:1. Und obwohl die Löwen binnen fünf Minuten ausgleichen konnten, blieb der VfL die spielbestimmende Mannschaft und lag bis zur Pause immer in Führung. „Da haben wir richtig gut gespielt, waren besser als Rhein-Neckar und mit ein bisschen mehr Glück gehen wir mit drei Toren Führung in die Pause“, blickt Kurtagic zurück. Dazu kam es nicht, und nach dem Wechsel sollten sich die Gastgeber deutlich verändert präsentieren.

Zunächst gelang Uwe Gensheimer nach einem Anspiel des erneut besten Mannheimers Andy Schmid (14/2 Tore im Spiel) der Ausgleich. Als Schmid dann auch noch einen Abpraller in die Finger bekam und vollstreckte, nachdem er an Carsten Lichtlein gescheitert war, und Magnus Persson gegen den ehemaligen Gummersbacher Borko Ristovski vergab, ging der Klassenprimus zum ersten Mal in Führung. In dieser Phase hatten die Mannheimer bereits auf eine defensive 6:0-Deckung umgestellt, nachdem sie in Durchgang eins überwiegend offensiv verteidigt hatten. „Auf die offensive Deckung haben wir sehr gute Antworten gefunden, aber mit der defensiven Variante nach dem Wechsel kamen wir nicht zurecht“, so Kurtagic.

Damit gab man dem großen Favoriten natürlich auch Sicherheit, und dieser konnte nun sein gefürchtetes Tempospiel aufziehen. Kurtagic: „Wir haben vorne zu viele leichte Bälle verschossen und somit dem Gegner leichte Tore ermöglicht.“ Erschwerend hinzu kam, dass Kreisläufer Evgeni Pevnov nach seinem Zusammenprall nach 37 Minuten verletzt ausscheiden musste. Ein herber Verlust, der hoffentlich nur von kurzer Dauer ist. Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht. Bis zum 21:18 (41.) blieb der VfL dennoch auf Schlagdistanz, ehe die Löwen mit einem 6:0-Lauf für die vorzeitige Entscheidung sorgten.

Simon Ernst, Julius Kühn und Magnus Persson entwickelten in dieser Phase zu wenig Druck aus dem Rückraum, und auch die Einwechslungen von Andreas Schröder und Gunnar Stein Jonsson brachte keine Besserung mehr. „Da haben sie ihre ganze Klasse bewiesen und natürlich auch hochverdient gewonnen. Gegen einen solchen Gegner benötigt man eine Topleistung über 60 Minuten und darüber hinaus noch eine Portion Glück, wenn man etwas Zählbares holen möchte“, so Kurtagic abschließend. Dennoch gebe das Spiel Hoffnung für die weiteren schweren Aufgaben.

Torschützen VfL: Raul Santos (7/5), Simon Ernst, Evgeni Pevnov, Magnus Persson, Andreas Schröder (je 2), Julius Kühn, Florian von Gruchalla (je 3), Alexander Becker (1).

Spielfilm: 1:4 (7.), 5:5 (12.), 6:8 (15.), 8:11 (21.), 11:12 (26.), 12:14 (28.), 14:15 (Halbzeit) – 19:16 (38.), 21:18 (41.), 27:18 (52.), 27:21 (55.), 31:22 (Endstand).

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