Wetzlar, Rittal-Arena, 12.11.16: HSG Wetzlar va. VfL Gummersbach  in der DKB Handball-Bundesliga

29:37-Pleite – VfL scheitert an sich selbst

Der VfL unterlag am heutigen Abend deutlich mit 29:37 bei Frisch Auf! Göppingen und offenbarte deutliche Defizite in der Deckung und im Angriff.

Frisch Auf! Göppingen – VfL Gummersbach 37:29 (19:15).

Es ist immer schwierig, wenn man auswärts von Beginn an ins Hintertreffen gerät und Rückständen hinterherlaufen muss. Marcel Schiller brachte die Gastgeber, die vielleicht ihre beste Saisonleistung zeigten, bereits in der fünften Minute mit 4:1 in Führung. Simon Ernst und Andreas Schröder trafen zwar im Anschluss zum 4:3, aber in der Folgezeit setzte sich Göppingen wieder ab und diktierte die Partie. Beim 12:7 durch Schiller (17.) waren es zum ersten Mal fünf Tore Differenz und bis zur Pause änderte sich das Bild auch nicht mehr.

„Unsere Deckungsleistung war heute ganz schwach. So kann man auswärts nicht bestehen“, ärgerte sich VfL-Trainer Emir Kurtagic. Viel zu leicht kamen die gefährlichen Rückraumschützen von Frisch Auf! zum Abschluss, teilweise aus nächster Nähe ohne Defensivkontakt. Hinzu kam, dass der VfL im Angriff zwar auch immer wieder nachlegte, aber auch in entscheidenden Momenten wichtige Angriffe leichtfertig vergab. Göppingen nutzte dies eiskalt aus und kam insgesamt unter anderem zu zehn Gegenstoßtreffer.

„Wir vergeben vorne leichtfertig einen Gegenstoß und bekommen im unmittelbaren Konter einen Treffer. Solche Situationen sind tödlich“, so Kurtagic weiter. Dennoch blieb der VfL in Durchgang zwei zunächst auf Schlagdistanz. Beim 20:18 durch Simon Ernst (34.), dem 25:23 durch Julius Kühn (44.) sowie dem 27:25 durch Evgeni Pevnov (47.) waren es jeweils nur zwei Tore Unterschied, aber Göppingen fand im Angriff immer eine Antwort.

Nach dem 29:25 durch Lars Kaufmann (50.) näherte sich dann die Entscheidung. Gleich zweimal in einem Angriff parierte Primoz Prost gegen den VfL-Angriff in bester Wurfposition. Tim Kneule erzielte im Gegenzug das 30:25. „Damit war das Spiel entschieden. Wir waren heute einfach nicht gut genug, um in Göppingen zu bestehen und sind an uns selbst gescheitert“, resümierte Kurtagic.

Der Rest der Partie war eigentlich nur noch Schaulaufen des verdienten Siegers, der sich von den 4.300 Besuchern in der EWS arena feiern ließ. Und auch wenn der Erfolg etwas zu hoch ausfiel, liegt vor Kurtagic und seinen Mann eine Menge Arbeit. Vor allem die schwache Deckungsleistung unterschied sich grundlegend von den letzten Vorstellungen, und auch im Angriff schlichen sich wieder eine Reihe einfachster Fehler ein. Knapp elf Tagen verbleiben dem VfL nun, um für das schwere Heimspiel gegen die Berliner Füchse wieder zur Normalform zu gelangen.

Torschützen VfL Gummersbach: Tobias Schröter, Christoph Schindler (je 3), Simon Ernst, Andreas Schröder (je 5), Julius Kühn (5/2), Florian Baumgärtner, Evgeni Pevnov (je 1), Alexander Becker (6).

Zur Übersicht Zum Archiv